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Hoffen auf Abweichler

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Von: Andrea Rost

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Sven Kutzner ist Rechtsanwalt und will für die Sozialdemokraten Erster Stadtrat in Kelkheim werden.
Sven Kutzner ist Rechtsanwalt und will für die Sozialdemokraten Erster Stadtrat in Kelkheim werden. © Michael Schick

Sven Kutzner will Erster Stadtrat werden. Rein rechnerisch ist das ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Dennoch rechnet er sich Chancen aus und buhlt um CDU-Stimmen. Von Andrea Rost

Der Mann hat sich was vorgenommen. Sven Kutzner will Erster Stadtrat von Kelkheim werden. Rein rechnerisch ist das ein nahezu aussichtsloses Unterfangen für den Sozialdemokraten. Denn im 45-köpfigen Stadtparlament stellt die CDU 21 Abgeordnete, fünf die FDP. Das gibt eine Mehrheit für Schwarz-Gelb; und im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass die FDP den christdemokratischen Bürgermeisterkandidaten unterstützt und dafür das Vorschlagsrecht für den Posten des ersten Stadtrats hat.

Sven Kutzner rechnet sich trotzdem Chancen aus, Anfang November von einer Mehrheit des Parlaments zum Ersten Stadtrat gewählt zu werden. Er hofft nicht nur auf die Stimmen aus der eigenen Fraktion (8), auf die der UKW (8) und der Freien Wähler (2), sondern will auch den einen oder anderen Christdemokraten für sich gewinnen.

"Es gibt Unzufriedenheit damit, wie die Koalition läuft", glaubt er. Sollte es ihm gelingen, in der geheimen Wahl CDU-Parlamentarier auf seine Seite zu ziehen, wäre das aus seiner Sicht eine Nagelprobe für die Koalition, vielleicht sogar das Ende der schwarz-gelben Zusammenarbeit.

Kutzner ist kein Unbekannter

Sven Kutzner ist in der Kelkheimer Kommunalpolitik kein Unbekannter. Der 35-Jährige saß bereits im Parlament, war stellvertretender SPD-Fraktionsvor- sitzender, ehe er 2003 seine Ämter niederlegte und nach Ingelheim am Rhein zog. Dort lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern, arbeitet als Rechtsanwalt in einer Sozietät. Er habe auch damit spekuliert, zur Bürgermeisterwahl in Kelkheim anzutreten, sagt Kutzner, dies dann aber aus privaten Gründen verworfen.

Nun sei er bereit, als erster SPD-Politiker in der Kelkheimer Geschichte auf den Posten des ersten Hauptamtlichen nachzurücken. Bezahlbaren Wohnraum wolle er in der Stadt schaffen, ein Mehrgenerationenhaus bauen, neue Akzente in der Wirtschaftspolitik setzen und als Kämmerer auch mal den Rotstift ansetzen.

Mit Bürgermeister Thomas Horn (CDU), der erst jüngst für die nächsten sechs Jahre in seinem Amt bestätigt wurde, könnte er gut zusammenarbeiten, glaubt Sven Kutzner. "Wir können gut streiten, uns aber genau so gut wieder vertragen."

Bei der Wahl zum Ersten Stadtrat im November muss sich Sven Kutzner mit Dirk Westedt (44) messen. Der Hochheimer Architekt ist der Kandidat der FDP. Vorgänger Johannes Baron ist Anfang Juli als Regierungspräsident nach Darmstadt gewechselt.

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