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Boris Lauer vor dem Hochheimer Hof in der Mainzer Straße.
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Boris Lauer vor dem Hochheimer Hof in der Mainzer Straße.

Hochheim

Hochheimer Hof ist zu

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Boris Lauer sucht einen Käufer oder Pächter für das historische Ensemble Hochheimer Hof. „Offenbar braucht es ein solches Veranstaltungszentrum nicht in Hochheim“, mutmaßt Lauer.

Die Euphorie der Anfangszeit ist verflogen. Als Boris Lauer den Hochheimer Hof 2011 im Zuge einer Zwangsversteigerung erworben hatte, schwärmte er von einem Kulturzentrum, das er darin einrichten wollte. Ein gutes Jahr lang feilte der gebürtige Hochheimer, der in Wiesbaden ein Planungsbüro für Veranstaltungen und eine Verwaltungsgesellschaft betreibt, am Konzept. Im Herbst 2012 wurde der „neue Hochheimer Hof“ eröffnet. Knapp drei Jahre später räumt Lauer ein: „Unsere Pläne von damals sind am Ende nicht aufgegangen.“ Dabei habe es nicht an der Grundidee gelegen sondern an den Pächtern, die Lauer für insgesamt sechs Geschäftszweige suchte, aber trotz intensiver Bemühungen nicht fand.

Nie habe er Gastronomie und Kleinkunstbühne, Veranstaltungszentrum, Feinkostladen, Cocktailbar und Premiumclub selbst im Hochheimer Hof betreiben wollen, betonte Lauer gegenüber der FR. So gesehen sei er auch nicht persönlich gescheitert. Und wirtschaftliche Gründe hätten schon gar nicht zum Aus für den Hochheimer Hof als Kulturzentrum unter seiner Regie geführt. „Ich verdiene mein Geld woanders und bin nicht pleite“, sagt der 46-Jährige.

Als er das denkmalgeschützte Ensemble vor vier Jahren für eine knappe halbe Million Euro erwarb, habe er sich selbst drei Jahre gegeben, um das Geschäft in Hochheim aufzubauen. „Wir haben ein Vielfaches des Kaufpreises in die Innenausstattung und die Renovierung gesteckt“, sagt Boris Lauer. Bei der Zwangsversteigerung habe er lediglich eine leere Hülle erworben.

Wenig Gäste aus Hochheim

Für einige Zeit brachte Lauer auch die Gastronomie und die Kleinkunstbühne zum Laufen, allerdings nicht mit nachhaltigem Erfolg. Das Restaurant wechselte den Pächter und wurde endgültig Ende 2015 geschlossen, im Kurfürstensaal gibt es bis Ende Januar nur noch wenige Veranstaltungen, dann ist auch dort Schluss. „Offenbar braucht es ein solches Veranstaltungszentrum nicht in Hochheim“, mutmaßt Lauer. Lediglich 15 Prozent der Gäste kamen aus der Weinbaustadt. Möglicherweise auch wegen der Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft. „Jeder Weinbaubetrieb ums Eck hat mittlerweile Kleinkunst im Programm.“

Seit Sommer 2015, so sagt Lauer, habe er den Ausstieg geplant. Nun sucht er eigenen Angaben zufolge nach einem Käufer oder Pächter für den Hochheimer Hof. Ohne Zeitdruck, wie er betont. Weil er ja nicht in finanziellen Schwierigkeiten stecke. Eventuell werde er auch in den nächsten Monaten noch die Fassade des Gebäudes an der Mainzer Straße herrichten, die dringend renovierungsbedürftig ist. Interessenten hätten sich bereits gemeldet.

Die Stadt Hochheim ist nicht darunter. Zwar habe die Kommune, die den Hochheimer Hof bis 2006 besaß, ein Vorkaufsrecht, werde dieses aber nicht nutzen, sagte Hochheims Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) der FR. Die Fraktionsvorsitzenden hätten den Kauf abgelehnt. „Die Stadt hatte früher ebenfalls Probleme mit der Verpachtung, diese Probleme müssen wir uns jetzt nicht wieder ins Haus holen.“ Die Hochheimer Stadtverordneten müssen sich deshalb ab Februar einen neuen Tagungsraum für ihre Sitzungen suchen. Der Kurfürstensaal steht zum letzten Mal am 28. Januar dafür zur Verfügung. Danach werde das Parlament im katholischen Vereinshaus und eventuell in einer Schule zusammenkommen, kündigte Westedt an.

Er selbst würde sich freuen, wenn der Kurfürstensaal im Hochheimer Hof künftig wieder für Veranstaltungen zur Verfügung stehe, sagte Westedt. Die Stadt könne aber darüber nicht bestimmen. Was in dem historischen Ensemble passiere, entscheide alleine der Eigentümer. Sollte die Immobilie anders genutzt werden, müsste allerdings der Denkmalschutz zustimmen, so Westedt.

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