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Vogelgespräche im Container

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Von: Jürgen Streicher

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Frauke Eckhardt bei der Präsentation. jürgen streicher
Frauke Eckhardt bei der Präsentation. jürgen streicher © Jürgen Streicher

Klangkünstlerin Frauke Eckhardt bereichert die Tage der Industriekultur mit Installationen.

Frauke Eckhardt liebt es, Gesprächen von Vögeln zu lauschen. Es ist gleichsam auch ein Experiment. Was höre ich noch in einer von unendlich vielen Geräuschen zerfledderten Umwelt? Im Hummelpark hinter der Villa Burgeff hat sie Halsbandsittichen und Aras aus der Familie der Papageien zugehört.

Hoch oben in den Platanen plappern diese munter, dort ist der Lebensraum der durchaus auch mal lauten Vögel, die irgendwann hier heimisch geworden sind. Und jetzt dort in Astlöchern hausen. Bis Sonntag noch kann man ihnen auf besondere Art lauschen, mit etwas Glück live oder aber einer konstruierten Klanglandschaft, die aus einem Blechcontainer dringt, eingespielt von der Klangkünstlerin Frauke Ehrhardt.

lokale transformation

Die Installationen von Frauke Eckhardt im Hummelpark, am Wasserturm und am Daubhäuschen können noch bis zum Sonntag, 29. August, individuell und ohne Anmeldung zwischen 10 und 20 Uhr besucht werden, Fr. und Sa. bis 22 Uhr, So. bis 17 Uhr
Eine Führung („Von Visionären der Industriekultur“) beginnt am Sonntag um 17 Uhr. Anmeldung bei der Tourist-Info, Telefon 06146/900-333 oder unter www.hochheim-tourismus.de jüs

Mitten im Park steht der im Sonnenlicht glänzende Fremdkörper, Sensoren reagieren auf Besucher:innen und aktivieren den Soundscape (engl. Geräuschkulisse) aus ornithologischem Blickwinkel.

Transformation ist für die Stadt am Main ein wesentlicher Faktor ihrer Entwicklung, erläutert Eckhardt zur Eröffnung ihres Beitrages im Projekt „KlangKunst in Industriekultur“ von Kulturfonds und Kultur-Region Frankfurt Rhein-Main, an dem acht Städte beteiligt sind. Die Kooperation von Veranstalter und Stadt habe Tradition, sagt die Kuratorin Julia Cloot, der Arbeitstitel „local transformation“ passe gut zu Hochheim. Klanginstallationen an drei Orten sollen diese Hochheimer Transformation fokussieren, mit Blickwinkel auf immigrierte grüne Papageien, mit Wassermusik am ehemaligen Wasserturm auf dem Gelände des Antoniushauses. Und mit „Störgeräuschen“ vor dem Daubhäuschen, wo die Stadt in von Weinbergen geprägte Landschaft übergeht.

Scheinbar tut sie das, denn eigentlich sind die voll im Saft stehenden Weinäcker nur eine Pufferzone zwischen Stadt und Autobahn und Bahnlinie im Tal längs des Maines. Oben, im Luftraum, dröhnt es gewaltig, im Zwei-Minuten-Takt überqueren Flugzeuge im Sinkflug die vermeintliche Idylle, die Klangwellen vor dem hübschen Häuschen, das einst ein Sektfabrikant für seine Frau erbauen ließ, sind durchaus auch eine Herausforderung für sensible Ohren. Im Idealfall schaffen die „Störgeräusche“ aus Sicht der Künstlerin einen Ort der Ruhe, wenn sie sich gegenseitig neutralisieren. Darum geht es ihr an allen drei Orten mit speziellem Soundscape.

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