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Sparmaßnahmen fürs Hallenbad

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Im Winter wird länger geschlossen

Hochheim - Dass das Hochheimer Hallenbad über die Weihnachtsferien schließt, ist keine ungewöhnliche Regelung. Die Genossenschaft, die die Schwimmhalle betreibt, gönnte sich bereits in der Vergangenheit eine Auszeit zwischen den Jahren. Nun sollen die Pforten allerdings schon einige Tage früher geschlossen werden, während die Einrichtung dann auch noch später aus der Winterpause zurückkehrt.

Vom 17. Dezember bis zum 15. Januar bleibt das ehrenamtlich verwaltete Schwimmbad geschlossen. Der Grund: Es soll Energie eingespart werden.

Das Hallenbad ist vor allem in den Wintermonaten ein Energiefresser. Und Wärme ist bekanntermaßen deutlich teuerer geworden. „Bisher verzeichnen wir in diesem Jahr einen Kostenanstieg von 60 000 Euro“, erklärt Klaus Doesseler, der den Förderverein für das Hallenbad leitet. „Dem versuchen wir natürlich entgegenzuwirken“, hebt der Hochheimer hervor. Eine längere Auszeit im Winter trage zur Kostensenkung bei. In der kalten Jahreszeit sei es schließlich viel aufwendiger, die Immobilie zu heizen, sagt der Vorsitzende. Außerdem werde nach dem Schwimmen heißer geduscht.

Die Betreiber der Schwimmhalle haben bereits mit anderen kurzfristigen Maßnahmen auf die Energiekrise reagiert. Beispielsweise senkten sie die Wassertemperatur um ein halbes Grad auf nun etwa 27 Grad. „Das hat schon zu einer deutlichen Einsparung geführt“, erläutert Doesseler. Allerdings sei nun die Temperaturgrenze erreicht. Leistungsschwimmern oder älteren Jugendlichen mache das kühlere Wasser wenig aus. Für die jüngeren Schüler, die im Rahmen des Schwimmunterrichts ins Bad kommen, sei es jedoch unangenehm.

In einer weiteren Reaktion auf die Kostensteigerung haben die Verantwortlichen die Preise angepasst. Der normale Eintritt wurde von 3 auf 4 Euro erhöht. Der Stundenpreis für die Miete einer Bahn ist von 16,50 Euro auf 20 Euro gestiegen.

Klaus Doesseler macht deutlich, dass die genossenschaftlich organisierten Betreiber auf einen höheren Betriebskostenzuschuss vonseiten der Stadt hoffen. Der Chef des Fördervereins sieht allerdings auch den Bund in der Pflicht. Gerade weil, das Hallenbad auch für den Schulsport genutzt wird, wären weitere Fördermittel, aus seiner Sicht, angebracht. Dem Vorsitzenden schweben bereits konkrete Ideen vor - etwa Investitionen in alternative Energiequellen wie eine Solartherme. „Die Städte dürfen da nicht allein gelassen werden.“

Die längere Schließung des Hallenbads zum Jahreswechsel solle auch für eine Grundreinigung genutzt werden, berichtet der Vorsitzende. Schwimmbad-Fans sollen jedoch nicht unter der notwendigen Winterpause leiden: Die ungewohnte Schließzeit soll durch eine zusätzliche Öffnung in den letzten beiden Wochen der Sommerferien wieder ausgeglichen werden. sas

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