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Hohe Nachfrage beim Federvieh

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Theo Bonkhoff hatte auf dem Viehmarkt 20 verschiedene Arten von Hühnern im Angebot.
Theo Bonkhoff hatte auf dem Viehmarkt 20 verschiedene Arten von Hühnern im Angebot. kröner © Kröner

Die Preise sind allerdings deutlich gestiegen

Hochheim - Wer gestern Morgen die Weiherstraße entlanglief, der begegnete Besuchern des Hochheimer Markts, die unbeschriftete Pappkartons schleppten. Fast hätte man meinen können, dass sich die Besitzer mit einem kleinen Vorrat Hochheimer Wein eingedeckt hatten. Ein genauerer Blick offenbarte jedoch verdächtige Löcher in den Seiten der Kisten. Durch die Öffnungen mancher Kartons waren Bewegungen erkennbar. Die Marktbesucher kamen nämlich vom Viehmarkt, wo vor allem Federvieh den Besitzer wechselte.

„Den Hühnern, die man hier sieht, geht es später sehr gut im Vergleich zu denen, die man in den Chicken Nuggets isst“, erklärte ein Vater seinem Sohn vor den Käfigen eines Händlers. Damit brachte der Erziehungsberechtigte kindgerecht auf den Punkt, wie sich das Schicksal der in Hochheim verkauften Eierleger von Hühnern in der industriellen Käfighaltung unterscheidet. Die meisten Tiere, die auf dem Viehmarkt erworben werden, landen nämlich in privaten Schrebergärten oder Hinterhöfen. Nachdem sie die dunkle Reise in ihrem Transportkarton überstanden haben, winkt vielen der Auslauf im Grünen. „Die Leute, die bei uns kaufen, sind Selbstversorger“, erklärte Theo Bonkhoff aus Münster in Westfalen, der 20 unterschiedliche Hühnersorten im Angebot hatte. Die Nachfrage sei sogar gestiegen.

Eine Kundin, die gestern neues Federvieh mit nach Hause nahm, war Franziska Ernst. In ihrem Karton transportierte die Marktbesucherin aus Dreieich Hühner der Sorte Braunleger. Seit mehr als zehn Jahren halte sie Hühner auf ihrem Grundstück - mittlerweile zwischen fünf und zehn Tiere. „Die laufen den ganzen Tag draußen rum“, berichtete die Kundin. Ihr Hobby reiche aus, um das ganze Jahr über frische Frühstückseier auf dem Tisch zu haben.

Die Besucherin stellte zudem fest, dass sich Preise auch auf dem Viehmarkt erhöht haben. Statt 10 Euro zahle sie in diesem Jahr 13 Euro pro Huhn. Doch dieses Geld sei ihr die eigene Eierproduktion wert. „Die Leute, die die Hühner aufziehen, müsse ja auch etwas verdienen“, kommentierte die Selbstversorgerin.

Die Preissteigerungen lassen sich aus Sicht von Theo Bonkhoff leider nicht vermeiden. Futter-, Energie- und Spritpreise seien gestiegen, sagt der Züchter, der nicht nur Hühner, sondern auch Enten, Gänse und Kaninchen zum Viehmarkt mitgebracht hatte.

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