Heike Weimer mit einem Tablett Krümelmonster-Macarons im Verkaufsraum ihrer Zuckerbäckerei in Hochheim.
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Heike Weimer mit einem Tablett Krümelmonster-Macarons im Verkaufsraum ihrer Zuckerbäckerei in Hochheim.

Hochheim

Hochheimer Café „Maalula“ in Finanznot

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Die Corona-Krise hat die Umsätze der deutsch-orientalischen Tortenmanufaktur in der Hochheimer Altstadt einbrechen lassen. Jetzt hat Konditorin Heike Weimer eine Crowdfunding-Aktion gestartet und bittet im Internet um Spenden.

Vor einem knappen Jahr hat Heike Weimer ihr deutsch-orientalisches Café in der Hochheimer Altstadt eröffnet. Nach Originalrezepten, die ihr Geflüchtete verraten hatten, stellte die gelernte Konditorin das syrische Festtagsgebäck Maarmoul mit Dattel-, Pistazien- und Walnussfüllung ebenso her wie den traditionellen süßen Kuchen Barboussa aus einem flaumig leichten Grießteig. In der Vitrine des Cafés Maalula standen außerdem typisch deutsche Süßigkeiten wie Käsekuchen, Schokomousse-Torte oder gedeckter Apfelkuchen.

„Der Laden ist prima gelaufen“, erinnert sich die 55-Jährige. Ihre Tochter Sophie und ein syrischer Flüchtling packten mit an, Kunden aus der ganzen Rhein-Main-Region bestellten Hochzeits- und Geburtstagstorten sowie vegane und glutenfreie Backwaren, auf die sich das Café auch spezialisiert hatte.

„Wir waren mitten in den Vorbereitungen für das Ostergeschäft, als Mitte März der Corona-Lockdown kam und wir von einem Tag auf den anderen schließen mussten“, erzählt Heike Weimer. Innerhalb kürzester Zeit stellte sie in ihrer Manufaktur einen Lieferservice auf die Beine. Die Chefin höchstpersönlich brachte den Kunden die übers Internet bestellten Torten und Kuchen ins Haus. Die Corona-Soforthilfe für Kleinunternehmen wurde beantragt, finanzielle Unterstützung stellte auch die Bundesregierung in Aussicht.

„Das alles hat uns geholfen, die ersten Wochen zu überstehen“, sagt Heike Weimer. Auf Dauer sichern werde es den Fortbestand des Familienbetriebes aber wohl nicht. „Wir mussten in der Zeit, in der unser Laden geschlossen war, auf viel Geld verzichten. Die geleisteten Anzahlungen habe wir alle an die Kunden zurücküberwiesen“, sagt Heike Weimer.

Damit das Maalula die Corona-Krise übersteht, hat die Konditorin eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Wer möchte, kann unter www.startnext.com/maalula freiwillig spenden ohne Gegenleistung oder Torten und Backwerk jetzt ordern und bezahlen, um sie sich im Herbst liefern zu lassen. „Auf diese Weise verschaffen wir uns Liquidität und finanziellen Spielraum und können weiterplanen“, sagt Heike Weimer.

10 000 Euro hofft sie bis Anfang August durch die Hilfsaktion zu sammeln. Nicht nur die Herstellungs- und Lieferkosten der bestellten Waren wären damit gedeckt, sondern auch die Fix- und Lohnkosten für das Café, in dem außer Heike Weimer und ihrer Tochter auch die marokkanische Zuckerbäckerin Naima El Badaoui und mehrere Aushilfen beschäftigt sind.

Die von Heike Weimer kreierte Maalula-Torte mit Kardamom-Nussboden und Orangencreme, Baklava, marokkanisches Marzipan-Konfekt oder Zitronen-Cupcakes können bis auf Montag täglich auch im Café gekauft und im dazugehörigen kleinen Gastgarten in der Weiherstraße verspeist werden. Seit kurzem gibt es im Café außerdem veganes Eis von der Eismanufaktur der Familie Brons aus Wicker zu kaufen.

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