Das Vogelnest bei Hochheim ist jetzt teilweise aus Stahl und damit witterungsbeständig.
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Das Vogelnest bei Hochheim ist jetzt teilweise aus Stahl und damit witterungsbeständig.

Hochheim

Hochheim: „Vogelnest“ bietet Rundumblick in die Region

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Die beliebte Aussichtsplattform „Vogelnest“ in Hochheim an der Regionalparkroute ist saniert. Stark verwitterte Holzelemente wurden durch feuerverzinkten Stahl ersetzt.

Fast vier Jahre lang war die Aussichtsplattform „Vogelnest“ an der Regionalparkroute zwischen Wiesbaden-Delkenheim und Hochheim am Main für Besucher gesperrt. Niemand durfte die schmale Wendeltreppe emporstiegen, um aus einer Höhe von 7,50 Metern den Rundblick über die Hochheimer Ebene bis nach Mainz, über Wiesbaden und bis zum Taunus zu genießen.

Das 2001 als eine der ersten Landmarken im Regionalpark Rhein-Main überwiegend aus Holz errichtete Bauwerk war in die Jahre gekommen und hatte den Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprochen.

Am heutigen Freitag wird das „Vogelnest“ wiedereröffnet. Die Aussichtskanzel, für die die Darmstädter Architekten Karle und Buxbaum 2003 mit der Johann-Wilhelm-Lehr-Plakette des Bundes Deutscher Architekten ausgezeichnet wurden, ist komplett saniert. Die unregelmäßig sich kreuzenden Holzstangen, auf denen die Plattform ursprünglich saß, wurden durch Stangen aus wetterbeständigem feuerverzinkten Stahl ersetzt. Sie wiegen fast fünf Tonnen und mussten mit einem Teleskopkran in die richtige Position gebracht werden.

Regionalpark

550 Kilometer lang ist das ausgeschilderte Routennetz des Regionalparks Rhein-Main.

Mehr als 300 Ausflugsziele sind entlang der naturnah gestalteten Wege in der Region rund um Frankfurt entstanden.

Neue Perspektiven auf die umgebende Landschaft eröffnen Streuobstwiesen, Feuchtbiotope, Kunstwerke und historische Zeugnisse sowie Aussichtspunkte und Spielangebote. aro

Erneuert wurden auch die acht hölzernen und gekippt angeordneten Holzringe, die das „Vogelnest“ umschließen und Sehschlitze bilden, durch die Besucher auf die nahe Kiesgrubenlandschaft und den Silbersee blicken können. Flora und Fauna im künftigen Naturschutzgebiet lassen sich von dort aus beobachten, ohne dass die Tierwelt gestört wird. Wegen der Corona-Pandemie dürfen sich bis auf weiteres maximal fünf Personen gleichzeitig auf der Plattform aufhalten.

Rund 150 000 Euro haben die Sanierungsarbeiten für die Aussichtsplattform gekostet. Die Regionalpark Dachgesellschaft, die Fraport AG und das Land Hessen haben davon insgesamt 60 000 Euro übernommen.

Unterstützung kam auch von der Regionalpark Ballungsraum Rhein-Main GmbH sowie von der Regionalpark Rhein-Main Pilot GmbH und von der Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgruben Weilbach (GRKW). „Das Vogelnest ist eine der ältesten und markantesten Landmarken im Regionalpark. Es schafft nicht nur Weitblick, sondern zeugt auch von Weitblick“, begründete deren Aufsichtsratsvorsitzender, Main-Taunus-Landrat Michael Cyriax (CDU), das Engagement. Die Idee des Regionalparks sei bestens geeignet, Menschen im dicht besiedelten Ballungsraum rund um Frankfurt an die Natur heranzuführen. „Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Naherholung und Umweltbildung.“

Auch der wenige Hundert Meter vom Aussichtspunkt „Vogelnest“ entfernte Spielpark Hochheim mit Klettergerüsten und Rutsche soll in den kommenden Jahren erneuert werden. Zusammen mit der Aussichtsplattform und dem dann fertigen Naturschutzgebiet der Kiesgruben werde so eine weitere Erlebnislandschaft entlang der Regionalparkroute geschaffen, kündigte GRKW-Geschäftsführer Mathias Bausback an.

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