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Die Regale sind bereits gut gefüllt im Hochheimer Umsonstladen.

Eröffnung

Hochheim: Kirchen eröffnen Umsonstladen

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Geld spielt im Umsonstladen, der Ende des Monas in der Hochheimer Innenstadt eröffnet wird, keine Rolle. Es geht bei dem Projekt um Solidarität und nachhaltigen Konsum.

Zwei Jahre lang standen die Verkaufsräume des ehemaligen Schuhhauses Weygold in der Weiherstraße leer. Anfang des Jahres hat sich das geändert. Der ökumenische Sozialausschuss der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde hat den Laden in der Hochheimer Innenstadt angemietet. In den letzten Wochen haben Ehrenamtliche die Räume renoviert: die Wände verputzt und neu gestrichen, den Fußboden hergerichtet, Regale zusammengeschraubt. In wenigen Tagen werden die beiden christlichen Kirchen in dem früheren Schuhgeschäft den ersten Umsonstladen im Main-Taunus-Kreis eröffnen. Betrieben wird er von Ehrenamtlichen. Mehr als 50 Freiwillige wollen mitanpacken.

„Unsere Regale und das Lager sind gut gefüllt“, sagt Petra Kunz von der katholischen Kirchengemeinde. Bei mehreren Terminen im Februar seien Waren für den Laden abgegeben worden. Viele Kleinelektrogeräte seien darunter, Geschirr, Haushaltssachen, Lampen, Bettwäsche, Bücher und Werkzeug. Auch die Schaufenster sind bereits fertig dekoriert. Bettlaken versperren Passanten aber noch die Sicht ins Innere des Geschäfts. „Viele Leute bleiben stehen, das Interesse ist groß“, sagt Petra Kunz.

Das Konzept für ihren Laden haben sich die Hochheimer vom Umsonstladen in Friedberg abgeschaut, den das Internationale Zentrum in der Kreisstadt der Wetterau betreibt. Die Idee ist einfach: Alle Dinge, die Menschen vorbeibringen, weil sie sie selbst nicht benötigen, werden kostenlos an andere weitergegeben. Jeder kann im Umsonstladen stöbern und pro Besuch bis zu fünf Teile mitnehmen.

Bezahlen ist grundsätzlich nicht möglich, es steht auch keine Spendenbox auf der Theke. „Wir dürfen keine Umsätze machen“, sagt Petra Kunz. Wer das Projekt finanziell unterstützen wolle, könne das als Sponsor oder Pate tun. „In diesem Fall geben wir gerne die Kontaktdaten weiter.“

Eröffnung

Offiziell eröffnet wird der Umsonstladen in Hochheim, Weiherstraße 39, am Freitag, 28. Februar. Erstmals stöbern kann man an diesem Tag zwischen 18 und 19 Uhr.

Angenommen werden nur saubere und funktionstüchtige Gegenstände. Die Menge ist begrenzt auf „das, was man mit beiden Händen tragen kann“. Zusammen mit den Spendern werden die angebotenen Gegenstände durchgesehen, Schmutziges oder Kaputtes geht retour. Großmöbel, Kleidung, Lebensmittel und Kindersachen sind von der Abgabe im Hochheimer Umsonstladen ausgeschlossen. „Dafür gibt es andere Stellen wie Kleiderkammern oder das Sozialkaufhaus in Flörsheim“, erklärt Petra Kunz.

Der Umsonstladen unterstütze zwar Menschen mit knapper Haushaltskasse, ein Nachweis von Bedürftigkeit werde von den Kunden jedoch nicht verlangt, sagt die Pfarrerin der evanglischen Kirchengemeinde, Christiane Monz-Gehring. Jeder könne etwas vorbeibringen oder mitnehmen - ohne direkten Tausch oder Verrechnung. Solidarität, die vom Geben und Nehmen lebt, ohne dass Geld eine Rolle spielt, soll auf diese Weise entstehen. „Wir wollen zum nachhaltigen Konsum anregen. Dinge sollen solange gebraucht werden, bis sie wirklich verbraucht sind“, heißt es im Konzept für den Umsonstladen.

Den Laden in der Weiherstraße haben die Kirchengemeinden zunächst für zwei Jahre angemietet und sich verpflichtet, eine festen monatlichen Zuschuss leisten. Für die weitere Finanzierung des Projektes werden noch Paten und Sponsoren gesucht, die monatlichen Beiträge spenden. Kontakt: umsonstladen@kirche-hochheim.de.

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