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Hochheim: Keltenfürst vom Glauberg zu Gast im Heimatmuseum

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Museumsleiterin Tanja Zobeley mit der Statue des Keltenfürsten vom Glauberg.
Museumsleiterin Tanja Zobeley mit der Statue des Keltenfürsten vom Glauberg. © Michael Schick

Eine Kopie des Keltenfürstes vom Glauberg ist am internationalen Museumstag in Hochheim zu sehen. Im Gegenzug schickt die Mainstadt einen mehr als 2000 Jahre alten Keltenspiegel, der in einem Weinberg gefunden wurde, zur Landesausstellung.

Die Statue des Keltenfürsten mit Schild, Kettenhemd, Vollbart und großem, rundem Kopfschmuck auf beiden Seiten sieht täuschend echt aus. Dass es sich nicht um das Original aus rotem Sandstein handelt, sondern um eine perfekt gemachte Nachbildung, merkt man erst, als Hochheims Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) auf die Statue klopft und ein hohler Ton zu hören ist. Die Kopie des Keltenfürsten vom Glauberg steht zurzeit im Hochheimer Museum in der Kirchstraße, das nach dem Heimatforscher Otto Schwabe benannt ist. Sie wird zum Internationalen Museumstag am 15. Mai erstmals öffentlich gezeigt.

Museumstag

Aktionen zum Internationalen Museumstag gibt es in Hochheim am 15. Mai von 14 bis 18 Uhr. Der Massenheimer Keltenverein zeigt nachgebaute Waffen und historische Gewänder. Kinder können in einer Lederwerkstatt basteln.

Bezirksarchäologe Thomas Becker hält im Otto-Schwabe-Heimatmuseum, Kirchstraße 13, ab 17 Uhr einen Festvortrag über die Zeit nach den Kelten.

Geöffnet sind auch die Hochheimer Kunstsammlung, das Weinbaumuseum und die Stadtbücherei. aro

Im Gegenzug hat die Stadt Hochheim eines ihrer wertvollsten historischen Fundstücke im Original an die Keltenwelt am Glauberg ausgeliehen: den Keltenspiegel aus Bronze, den Winzer 1932 bei Arbeiten in einem Weinberg in Falkenberg ausgegraben haben und der üblicherweise in einem Tresor verwahrt wird. Im Hochheimer Museum ist stets eine Kopie ausgestellt. Auch in der Wechselausstellung zum Internationalen Museumstag wird sie in einer Vitrine zusammen mit anderen Keltenfunden aus der Zeit um 400 vor Christus gezeigt.

Mit der diesjährigen Ausstellung „Kelten und Hessen“ im Landesmuseum am Glauberg habe sich erstmals die Chance geboten, den Hochheimer Keltenspiegel im Original einem großen Publikum zu zeigen, sagte die Leiterin der Otto-Schwabe-Museums, Tanja Zobeley, bei einem Pressegespräch. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen werde der Spiegel in einer eigens angefertigten Vitrine in der Keltenwelt präsentiert. Optimale konservatorische Bedingungen seien gewährleistet.

Das Fundstück ist deshalb so bedeutsam, weil es in ganz Europa nur vier vergleichbare Spiegel aus der Zeit der Kelten gibt. Bei der Vorbereitungen für die Ausleihe an die Keltenwelt wurde der Hochheimer Keltenspiegel restauratorisch untersucht und ein dreidimensionaler Scan angefertigt, der am internationalen Museumstag auf einem Bildschirm zu sehen sein wird. Anschließend habe man den Spiegel aus seiner nicht mehr zeitgemäßen Halterung gelöst und auf einem speziellen Polster gelagert, berichtete Zobeley. Restauratorin Juliane Schmidt vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege montierte ihn auf einem Ständer, der ihn stützt. Auf einer Drehscheibe kann er nun von allen Seiten in Augenschein genommen werden.

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