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Die Boris Becker International Tennis Academy entsteht in Hochheim auf 48 000 Quadratmetern. 

Hochheim

Dorint-Hotel für Boris Beckers Tennisakademie in Hochheim

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Investor Khaled Ezzedine will Ende Juni mit dem Bau des 22-Millionen-Euro-Projektes beginnen und bereits im Herbst die größte Tennishalle der Welt in Hochheim eröffnen.

Die Kölner Dorint-Gruppe wird das Hotel betreiben, das an der Boris-Becker-Tennisakademie in Hochheim errichtet wird. Mit 114 Zimmern, darunter fünf VIP-Appartements, wird es fast doppelt so groß sein wie zunächst geplant. Das berichtete Investor Khaled Ezzedine im Gespräch mit der FR. Ebenfalls unter der Führung von Dorint laufen werden das Hotelrestaurant, das Fitnesscenter sowie der Schwimm- und Saunabereich. „Statt 20 Millionen investieren wir jetzt 22 Millionen Euro in die Tennisakademie“, sagt der Wiesbadener Investor. Das Vier-Sterne-Superior-Hotel werde höherwertig ausgestattet als das 65-Betten-Haus, das er ursprünglich selbst unter dem Namen Advantage-Hotel betreiben wollte.

Endgültig grünes Licht für sein Großprojekt hat Khaled Ezzedine vor kurzem vom Hochheimer Parlament bekommen. Einstimmig verabschiedeten die Stadtverordneten den Bebauungsplan für das 4,8 Hektar große Areal an der Frankfurter Straße, auf dem zuvor der Verpackungshersteller Tetra Pak seine Firmenzentrale hatte. Das Grundstück war bereits als „Sondergebiet Sportakademie“ ausgewiesen. Mittlerweile hat Khaled Ezzedine den Bauantrag beim Main-Taunus-Kreis eingereicht. „Ich hoffe, dass wir in sechs bis acht Wochen mit dem Bau der Tennisakademie beginnen können“, sagt er.

Das Projekt

Die Boris-Becker-Tennisakademie entsteht an der Frankfurter Straße in Hochheim am Main.

22 Millionen Euro investiert Khaled Ezzedine in das Projekt. Neben dem Campus ist ein Vier-Sterne-Superior-Hotel geplant, das von Dorint betrieben wird; außerdem ein Boris-Becker-Museum, Outdoorplätze sowie die größte Tennishalle der Welt.

Das Internat für 270 Schüler wird von Dr. Gerhard Obermayr geleitet, der mehrere Privatschulen in der Rhein-Main-Region betreibt. 

Im Herbst vorigen Jahres hatte der 49-Jährige, der im Rhein-Main-Gebiet bislang als Projektentwickler für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Erscheinung getreten ist, seine Pläne vorgestellt und zur Pressekonferenz eigens Namensgeber Boris Becker einfliegen lassen. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger soll nicht selbst als Trainer auf dem Platz stehen, aber immer wieder nach Hochheim kommen und sein Know-how zur Verfügung stellen. Vorbilder für das Ausbildungszentrum sind die Tennisakademie von Rafael Nadal in Manacor auf Mallorca und jene von Patrick Mourtoglou in Nizza.

Noch in diesem Jahr will Khaled Ezzedine den ersten Bauabschnitt der Boris-Becker-Akademie fertigstellen und die seinen Angaben zufolge größte Tennishalle der Welt in Hochheim eröffnen. Auf den 22 Indoorplätzen können dann Sportler aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet trainieren. „Das Interesse, Plätze für die Wintersaison zu buchen, ist riesig“, berichtet er. Geplant seien außerdem 18 Tennisplätze im Freien. Sie sollen im nächsten Frühjahr fertig werden.

Endgültig eröffnen will Ezzedine die Becker-Akademie im Herbst 2021. Jugendliche aus der ganzen Welt könnten dort trainieren, um später gegebenenfalls eine Profikarriere zu beginnen. Die Wiesbadener Schule Dr. Obermayr wird ein Gymnasium mit Internat von der 5. bis zur 13. Klasse anbieten – mit dem deutschen Abitur als Abschluss. Wohnen können die Schülerinnen und Schüler in einem Boarding House, das direkt an den Sportplätzen gebaut wird. 54 000 Euro soll die komplette Ausbildung pro Jahr kosten.

Ein Elitezentrum soll die Becker-Akademie trotzdem nicht sein. Auch passionierte Hobbysportler könnten von dem Großprojekt profitieren, betont Investor Ezzedine. Er wolle die gesamte Infrastruktur auch auswärtigen Besuchern zur Verfügung stellen, „sofern die Kapazitäten ausreichen.“

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