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Doppelhaushalt mit einer „roten Null“

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Bürgermeister Dirk Westedt sieht erste Erholungseffekte

Hochheim - Nachdem die unsicheren Haushaltsjahre 2021 und 2022 jeweils mit einem jährlichen Etat abgebildet wurden, kehrt die Wein- und Sektstadt für die kommenden Jahre zum Prinzip des Doppelhaushalts zurück. Nach 2020 sei nicht klar gewesen, wie schnell sich die Wirtschaft von den Corona-Einbußen erholt, erklärt Bürgermeister Dirk Westedt (FDP). 2022 hätten sich erste Erholungseffekte gezeigt. Diese würden momentan durch Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine gebremst.

Westedt bezeichnet das Ergebnis des Doppelhaushalts, den er den Stadtverordneten gestern vorlegte, als „rote Null“. Bei Erträgen von 48,46 Millionen Euro und Aufwendungen von 48,93 Millionen schließt der Ergebnishaushalt für 2023 mit einem Minus von rund 469 000 Euro ab. Der Etat für 2024 sieht Erträge in Höhe von 49,5 Millionen Euro und Aufwendungen von 49,84 Millionen vor.

Bei der Haushaltsplanung mache vor allem die Ausgabenseite Probleme, sagt der Rathauschef. Den Ertragssteigerungen stehe ein massiver Anstieg der Aufwände entgegen, die sich zum Teil aus verteuerten Anschaffungen und schwer planbaren Energiekosten ergeben. Im Bereich der Sach- und Dienstleistungen springt der Ansatz für Heizöl, Gas, Strom und Fernwärme von 967 000 Euro auf 1,38 Millionen. Der Ansatz für Gas habe sich vervierfacht, die Stromkalkulation verdoppelt.

Ein Blick auf die Erträge: Dort machen die Steuereinnahmen mit 35,4 Millionen Euro in 2023 und 36,6 Millionen Euro in 2024 die größte Summe aus. An erster Stelle steht in beiden Jahren die Gewerbesteuer mit Haushaltsansätzen von rund 15 Millionen Euro. Die Einkommenssteuer erreiche in 2023 wieder ihr Durchschnittsniveau, verkündete Westedt. Dafür sind 14,7 Millionen Euro veranschlagt. Auf Steuererhöhungen solle verzichtet werden, weil die Bürger derzeit bereits genug belastet seien.

Bei den Aufwendungen machen sich die anhaltend hohen Personalkosten bemerkbar, die in den beiden kommenden Jahren mit rund 12 Millionen Euro festgesetzt sind. Der bereits erwähnte Ansatz für Sach- und Dienstleistungen steigt von 5,8 Millionen Euro auf 7,4 Millionen. Eine erhebliche Ausgabenposition ist außerdem die Kreis- und Schulumlage, die sich in Hochheim auf 17,5 Millionen Euro beläuft.

Im Finanzhaushalt 2023 stehen den Einzahlungen von 47,6 Millionen Euro Auszahlungen von 46 Millionen gegenüber. Nach der Tilgung von Investitionskrediten verbleibt ein Plus von 664 000 Euro. Für 2024 plant die Verwaltung mit Einzahlungen von 48,7 Millionen Euro und Auszahlungen von 46,8 Millionen.

Der Haushaltsplan sieht eine Netto-Kreditaufnahme von 6,9 Millionen Euro für Investitionen im kommenden Jahr vor. 2024 beschränkt sich die Kreditaufnahme auf 4,2 Millionen. Die Rückführung des Bauhofs unter das Dach der Verwaltung und die Neuaufnahme von Krediten für zeitlich verschobene Investitionen führen laut Westedt zum Anstieg des Schuldenstands.

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