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Demnächst soll in der ersten Halle der Boris-Becker-Akademie in Hochheim der Ball übers Netz geschlagen werden.

Hochheim

Die erste Tennishalle der Boris-Becker-Akadmie steht

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Investor Khaled Ezzedine will mit dem Trainingsbetrieb in der neuen Halle der Boris-Becker-Tennisakademie in Hochheim bald starten. Ende des Jahres ist ein Juniorenturnier geplant. Ob es stattfinden kann, hängt von der Corona-Pandemie ab.

Es wird viel Erde bewegt an der Frankfurter Straße. Bagger rollen über das Areal, auf dem bis vor kurzem noch die Beschäftigten des Verpackungsherstellers Tetra-Pak ihre Büros hatten. Die Entwässerung für die Boris-Becker-Tennisakademie wird gerade angelegt. Die Frankfurter Straße ist in diesem Abschnitt gesperrt, eine Umleitung für den Verkehr ausgeschildert. Am hinteren Ende des 48 000 Quadratmeter großen Grundstücks im Hochheimer Gewerbegebiet steht bereits die erste Tennishalle der Sportschule, die vom Wiesbadener Investor Khaled Ezzedine errichtet wird. Namensgeber ist der mehrmalige Grand-Slam-Sieger Boris Becker.

Das Projekt

Die Boris-Becker-Tennisakademie entsteht auf dem ehemaligen Firmengelände von Tetra-Pak an der Frankfurter Straße in Hochheim am Main.

Mehr als 20 Millionen Euro investiert Khaled Ezzedine in das Projekt. Neben dem Campus ist ein Vier-Sterne-Hotel geplant, das von Dorint betrieben wird; außerdem ein Boris-Becker- Museum, Outdoorplätze und zwei Tennishallen.

Das Internat für 270 Schüler leitet Dr. Gerhard Obermayr, der mehrere Privatschulen in der Rhein-Main-Region betreibt.

Ein Dach, das an zwei umgedrehte Schiffe erinnert, wölbt sich über den Stahlstützen. Wer das Projekt nicht im Detail kennt, könnte den schmucklosen Bau auch für eine Industriehalle halten. Doch wenn alles nach Plan läuft und die Corona-Pandemie es zulässt, soll darin bereits Ende des Jahres das erste Tennisturnier stattfinden. In wenigen Wochen soll die Halle fertig sein. Solarpanels auf dem Dach werden dann ausreichend Strom liefern, um irgendwann die gesamte Tennis-Akademie von externen Versorgern unabhängig zu machen, kündigt Khaled Ezzedine an. Überhaupt solle der Betrieb der Anlage mit Tenniscampus, Hotel, Restaurant, Fitnessstudio und Schwimmhalle möglichst klimaneutral gestaltet werden. In einem 150 000 Liter fassenden Becken werde Regenwasser aufgefangen, um auch in Zeiten des Klimawandels die Bewässerung der Grünanlagen auf dem Gelände zu sichern. Ein spezieller Bodenbelag auf den Tennisplätzen komme ganz ohne Wasser aus.

Doch noch ist es nicht so weit. Die Tennishalle ist nur der erste Baustein des 20 Millionen Euro teuren Vorhabens, für das im Juni Spatenstich war. Mit dem Trainings- und Schulbetrieb soll es im Herbst 2021 richtig losgehen, wenn das Gebäude der Obermayr-Schule mit Internat für 270 Schülerinnen und Schüler fertig ist. Erste Anmeldungen für die Tennisakademie, der Boris Becker auch immer wieder mal einen Besuch abstatten will, gibt es bereits. Er habe Anfragen aus dem In- und Ausland, teilte Khaled Ezzedine mit.

Eine weitere Sporthalle ist geplant. Mit 16 Indoorplätzen soll sie die größte Tennishalle der Welt werden. Gebaut werden in den nächsten Jahren auch ein Tennis-Court und ein Vier-Sterne-Hotel, das die Kölner Dorint-Gruppe betreiben wird. Dafür muss allerdings noch das blau-grüne Bürogebäude von Tetra-Pak abgerissen werden. Aktuell dient es als Flüchtlingsunterkunft. Der Main-Taunus-Kreis betreibt die Einrichtung.

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