Investor Khaled Ezzedine (r) und Tennis-Legende Boris Becker nehmen am Spatenstich für die geplante Internationale Tennis-Akademie, deren Namensgeber Becker ist, teil.
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Investor Khaled Ezzedine (r) und Tennis-Legende Boris Becker nehmen am Spatenstich für die geplante Internationale Tennis-Akademie, deren Namensgeber Becker ist, teil.

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Becker gibt Startzeichen für Tennisakademie

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Ein Leistungszentrum mit angegliedertem Hotel und Museum soll in Hochheim entstehen.

Boris Becker fuhr in einer Nobelkarosse vor, beim Spatenstich für die nach ihm benannte Internationale Tennisakademie gab sich Deutschlands Tennislegende dann aber hemdsärmelig. Bei der feierlichen Zeremonie auf dem 48 000 Quadratmeter großen Gelände in Hochheim gab der sechsmalige Grand-Slam-Gewinner Becker am Donnerstag den offiziellen Startschuss für den Bau des 22-Millionen-Euro-Projekts, das im Herbst 2021 abgeschlossen sein soll.

„Es ist toll, dass die Pläne trotz der Corona-Krise wahr gemacht wurden. Das Projekt hat zwar nicht gewackelt, aber es gab ja keine Planungssicherheit“, sagte Becker. „Daher ist es ein kleines Wunder, dass wir trotz der Pandemie heute hier stehen.“ Kurz darauf rollten die ersten Bagger an.

Das Grundstück, auf dem die Boris Becker International Tennis Academy entstehen soll, ist 48 000 Quadratmeter groß. Es liegt an der Frankfurter Straße in Hochheim. Bisher war dort der Firmensitz von Tetra Pak.

Investor Khaled Ezzedine plant neben dem Campus ein Viersternehotel mit 114 Zimmern, ein Restaurant, ein Boris-Becker-Museum, Outdoorplätze sowie die größte Tennishalle der Welt. aro

Für Becker war es der Abschluss einer „guten Tennis-Woche“, nachdem es am Mittwoch grünes Licht für die Fortsetzung der unterbrochenen weltweiten Tour ab August gegeben hatte. „Ich freue mich, dass es weitergeht. Es ist wichtig, dass die Spieler ihren Beruf wieder ausüben können“, betonte der 52-Jährige. Während der Corona-Pause habe er „fürchterliche Anrufe“ von Profis bekommen, berichtete Becker über die Auswirkungen der Pandemie. „99 Prozent der Spieler sind auf Preisgelder angewiesen. Sie haben keine hohen Werbeeinnahmen und keine Absicherung. Viele haben sich daher Gedanken darüber gemacht, ob sie sich einen anderen Beruf suchen müssen.“

Große Erwartungen hat der dreimalige Wimbledonsieger auch an die Tennisakademie, für die Investor Khaled Ezzedine am Donnerstag die offizielle Baugenehmigung erhielt. Im Herbst vorigen Jahres hatte der 49-Jährige, der im Rhein-Main-Gebiet bislang als Projektentwickler für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Erscheinung getreten ist, seine Pläne vorgestellt. „Ich werde mich um die Spieler und Trainer kümmern, wenn auch nicht jede Woche“, sagte Boris Becker und betonte: „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit.“ In der Akademie sollen jedoch nicht nur Tennisprofis ausgebildet werden. Auch Hobbysportler sollen in der geplanten Tennishalle trainieren können. „Wir wollen kein Elitetenniszentrum bauen. Jeder soll sich hier wohlfühlen“, hatte Ezzedine angekündigt. (mit dpa)

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