Hochheim

Baubeginn für Boris-Becker-Akademie in Hochheim

Investor Khaled Ezzedine will rasch loslegen. Bereits Mitte Februar soll Spatenstich für das 20-Millionen-Euro-Projekt sein.

Khaled Ezzedine will mit dem Bau einer internationalen Tennisakademie in Hochheim rasch vorankommen. Bereits Mitte Februar solle Spatenstich für das 20-Millionen-Euro-Projekt sein, kündigte der Wiesbadener Investor an. Im Rathaus der Mainstadt hält man diesen ehrgeizigen Zeitplan für möglich. Die Offenlage des Bebauungsplanes laufe bis 17. Januar, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Danach könne zügig mit der Bebauung des 48 000 Quadratmeter großen Areals an der Frankfurter Straße begonnen werden.

Khaled Ezzedine hatte im vergangenen November seine Pläne für den Bau einer internationalen Tennisakademie zusammen mit dem mehrfachen Grand-Slam-Sieger Boris Becker vorgestellt. Becker ist der Namensgeber für die Akademie und kündigte an, auch immer wieder selbst vor Ort sein zu wollen.

Auf dem Gelände im Hochheimer Gewerbegebiet, auf dem bis vor kurzem die Firmenzentrale des Verpackungsherstellers Tetra Pak war, will Ezzedine 39 Tennisplätze anlegen, 21 davon in der den Angaben zufolge größten Tennishalle der Welt. Auf der Homepage der Akademie werden bereits Tennislehrer gesucht, bis zu 30 will Khaled Ezzedine in Hochheim beschäftigen. Auch Stellen für Sportmediziner sind ausgeschrieben. Geplant ist außerdem ein Viersternehotel der Advantage-Gruppe mit 65 Zimmern und fünf VIP-Appartements, ein großes Restaurant sowie ein Boarding-House für die 270 Schülerinnen und Schüler, die im Internat der Akademie lernen werden.

Der Unterricht werde auf Englisch abgehalten, kündigt Khaled Ezzedine an. Die Obermayr-Privatschule werde den Tennisnachwuchs von Klasse 6 an auf das deutsche Abitur vorbereiten. Kontakte zu amerikanischen Universitäten würden gepflegt, ebenso zu Sport-Scouts. Mit rund 55 000 Euro Ausbildungskosten pro Jahr müssten Eltern, die ihre Kinder auf die Tennisakademie schicken, rechnen. Anregungen hat sich Khaled Ezzedine an der Tennisakademie in Nizza geholt, die seine Kinder besuchen. Im Rhein-Main-Gebiet ist der 49-Jährige bislang als Projektentwickler für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Erscheinung getreten.

2018 und 2019 baute die Ezzedine Group 38 Eigentumswohnungen und drei Gewerbeeinheiten im Mainzer Zollhafen sowie neun Eigentumswohnungen und vier Einfamilienhäuser in Hahnheim und kaufte das alte IBM-Areal. Das Theresianum-Gebäude, ein bekanntes Schulgebäude, wurde langfristig an die Stadt Mainz vermietet.

Bereits bei der Vorstellung seines Akademieprojektes mit Boris Becker hatte Khaled Ezzedine in Aussicht gestellt, dass die Sportanlagen an der Frankfurter Straße auch Hochheimer Bürgern zur Verfügung stehen könnten. Eine entsprechende Forderung hat das Stadtparlament in seiner letzten Sitzung vor der Jahreswende noch einmal bekräftigt.

Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte einem Antrag der Grünen zu, wonach der Magistrat Regelungen mit den Betreibern der Tennisakademie treffen solle, die den Hochheimern „eine Mitbenutzung der Angebote und Einrichtungen zu angemessenen Preisen“ ermöglichen. Eine Abschottung der Boris-Becker-Akademie als elitäre Einrichtung solle so vermieden werden, lautete die Begründung.

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