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Appell für gemäßigte Preise

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Schaustellerverband beschäftigt sich mit der Energiekrise und weist auf Studie hin

Hochheim - Bunte Lichter und stromintensive Fahrgeschäfte legen nahe, dass Großereignisse wie der Hochheimer Markt (4. bis 8. November) nicht so richtig in die Zeit der Energiekrise passen. Auf der Pressekonferenz zum größten Herbstmarkt in der Rhein-Main-Region zeichnete Thomas Roie vom Schaustellerverband Frankfurt jedoch ein anderes Bild. Wer Volksfeste besuche, spare sogar Energie, erklärte der Verbandsvorsitzende. Umgerechnet würden Marktbesucher nur etwa ein Fünftel der Energie in Anspruch nehmen, die ein heimischer Fernsehabend kostet.

Roie verwies auf eine Studie, die vom Deutschen Schaustellerverband beauftragt wurde. Demnach sei der Stromverbrauch von Volksfesten und Weihnachtsmärkten im Verhältnis zur Anzahl der Gäste relativ gering. Der Verbrauch pro Festbesucher betrage rund 0,2 Kilowattstunden. Bleibe der Gast stattdessen mit einem Fertiggericht und einer Tasse Kaffee zu Hause vor dem Fernseher, liege der Stromverbrauch bei 0,9 Kilowattstunden.

Thomas Roie wies außerdem darauf hin, dass die meisten Schausteller schon vor Jahren auf günstigere LED-Beleuchtung umgestellt haben. Die Krise trifft das Gewerbe trotzdem stark. Aufgrund der Preissteigerungen bei Energie und Material müssten die Schausteller ihre Preise eigentlich um 30 Prozent erhöhen, erläuterte der Vorsitzende. Geeinigt habe man sich für den Hochheimer Markt auf eine Anhebung von zehn Prozent. „Wir appellieren an unser Mitglieder, die Preise gering zu halten“, so Roie. Möglich sei dies unter anderem, weil die Stadt die Standgebühren nicht erhöht habe.

Die schwierige Lage im Schaustellergewerbe ist auch ein Grund dafür, dass es in diesem Jahr keine Achterbahn auf dem Markt-Areal geben wird. Marktmeister Thomas Pokoyski hätte solch ein rasantes Fahrgeschäft gerne auf die Fläche gestellt, die durch die Verkleinerung des Festzeltes im Zentrum des Marktgeländes frei geworden ist. Aufgrund von Personalproblemen habe sich jedoch kein Anbieter gefunden, der solch eine Attraktion aufbauen kann.

Fahrgeschäfte soll es dennoch jede Menge geben. So wird in diesem Jahr etwa die Riesenschaukel „XXL Höhenrausch“ schon von weitem sichtbar sein. Sie befördert Fahrgäste mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde auf 40 Meter Höhe. Für eine deutlich steigende Herzfrequenz werden auch der wirbelnde „Break Dancer“ und das Überkopffahrgeschäft „Night Style“ sorgen. Mit beiden Beinen am Boden bleiben Besucher hingegen in der Lauf-Attraktion „Viva Cuba“. Das lateinamerikanisch gestaltete Funhouse erstreckt sich über vier Etagen mit Effekten. Darüber hinaus erklären die Ausrichter von der Hochheimer Wohnungsbaugesellschaft, dass sich klassische Fahrgeschäfte wie Autoskooter und Kettenkarussell wieder angekündigt haben.

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