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Himmelwärts, doch gut gesichert

Immer mehr Menschen suchen im Klettern den ultimativen Kick

Von JÖRAN HARDERS

Zuerst ist alles ungewohnt. Der Helm drückt, der Klettergurt fühlt sich komisch an, und die Lederhandschuhe machen das Hantieren mit den Karabinerhaken umständlich. Wer im Kelkheimer Waldseilgarten zum ersten Mal eine Kletterausrüstung anprobiert und sich damit auf den Übungsparcours begibt, braucht einen Moment, bis er seine Aufmerksamkeit vom Sortieren der Sicherheitsseile und dem Nachdenken über den nächsten Handgriff zumindest zum Teil auch auf seine Umgebung richten kann.

"Ein Karabiner muss immer eingeklinkt sein!", mahnt Klettertrainer Klaus Michelis, der jedem, der in Kelkheim klettern will, zuerst einmal die Grundbegriffe erklärt. Die sind nicht weiter schwierig: Immer in die entgegengesetzte Richtung sollen sich die Kletterer mit ihren beiden Karabinerhaken absichern, um ein versehentliches Öffnen der Haken zu vermeiden. Und bei den Seilrutschen muss eine Hand immer bremsbereit am Seil sein. "Sonst landest du mit Schwung am nächsten Baum, das wird dann schmerzhaft."

Ansonsten gibt es für die sechs verschiedenen Parcours, die in einer Höhe zwischen vier und zwölf Metern zwischen den Bäumen entlangführen, keine festen Regeln. "Jeder soll beim Überwinden der einzelnen Übungen seine eigene Kreativität spielen lassen. Nur wenn jemand nicht weiterweiß, gebe ich Tipps, was er machen soll", erläutert Michelis. Insgesamt 70 Plattformen in luftiger Höhe sind Ausgangspunkt für die verschiedenen Übungen, zum Beispiel schwingende Hängebrücken, Strickleitern und sogar eine hängende Röhre zum Durchrobben - sicherlich nichts für Leute mit Platzangst. Da der Schwierigkeitsgrad von leicht bis anspruchsvoll reicht, ist der Waldseilgarten für Leute, die noch niemals irgendwo hochgeklettert sind, ebenso geeignet wie für Hobby-Kletterer. Die gehen dann auf den "schwarzen Parcours". Schon der Zugang zu dieser schwierigsten Route ist eine Herausforderung. Er führt über eine freischwingend aufgehängte Kletterwand.

Der Kelkheimer Waldseilgarten am Ende der Lorsbacher Straße ist die jüngste von drei Klettereinrichtungen, die alle zum Sportpark Kelkheim gehören - Eröffnung war im Februar. Außerdem gibt es im Sportpark selbst den Klettergarten und seit einem Jahr eine Kletterhalle. Während im Hochseilgarten Telefonmasten als Basis der einzelnen Übungen dienen, sind in der Kletterhalle Kletterwände mit einer Gesamtfläche von gut 700 Quadratmetern aufgebaut. Weil das Klettern an diesen Wänden dem Aufstieg am natürlichen Fels am nächsten kommt, finden dort auch erfahrene Kletterer noch Herausforderungen.

Die Vielzahl der Angebote in Kelkheim spiegelt das gestiegene Interesse am Klettern als Freizeitbeschäftigung wider. Dass sich immer mehr Menschen für diesen Sport begeistern, wundert Klaus Michelis nicht. "Die Entdeckung des Kletterns war das Beste, was mir bisher passiert ist", sagt der Trainer, der seine Leidenschaft zum Hauptberuf gemacht hat. Denn das Klettern sei für den Geist eine ebenso große Herausforderung wie für den Körper. "Wenn du an einer 300-Meter-Wand hängst, bist du Gott sehr nahe."

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