Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Main-Taunus

Hilfe in extremen Notlagen

Der Fonds des Caritasverbands hat seit 2011 mehr als 107.000 Euro an bedürftige Einzelpersonen und Familien aus dem Main-Taunus-Kreis ausgezahlt.

Von Jöran Harders

"Die Bilanz macht mich ein wenig stolz, aber gleichzeitig auch traurig“: Ottmar Vorländer, Geschäftsführer des Caritasverbandes Main-Taunus, hat gestern der Presse die Zahlen des Hilfsfonds und der Aktion Babykorb der Caritas präsentiert. 107 587,43 Euro flossen aus dem Fonds in den vergangenen fünf Jahren an bedürftige Einzelpersonen und Familien aus dem Main-Taunus-Kreis. Die Zahl beweise zwar einerseits, dass die Idee des Hilfsfonds funktioniere – andererseits zeige sie aber auch, dass es am ernsthaften politischen Willen zur Überwindung der Ursachen von Armut fehle.

Der Fonds wurde 1999 eingerichtet; finanziert wird er aus den Einnahmen der Second-Hand-Läden der Caritas und aus Spenden von Firmen und Privatpersonen. Sinn und Zweck des Fonds ist es, Menschen in Notlagen schnell und unbürokratisch zu helfen.

Was für Normalverdiener zwar ärgerlich, aber nicht dramatisch sei, könne für jene, die ohnehin schon mit dem Existenzminimum auskommen müssen, zu einem schier unlösbaren Problem werden, sagte Vorländer. Eine fällige Stromkostennachzahlung, oder notwendige größere Anschaffungen könnten beispielsweise von Hartz-IV-Empfängern oft nicht bezahlt werden. „Geld kann etwa bewilligt werden, wenn die Waschmaschine kaputtgeht oder wenn Kranke Medikamente benötigen, die von der Krankenkasse nicht bezahlt werden“, nannte der Leiter des Sozialbüros der Caritas, Marcus Krüger, Beispiele.

Ottmar Vorländer wies darauf hin, dass die Armut laut der Caritas-Statistik „überdurchschnittlich oft weiblich und jung“ sei. „Viele der Antragsteller sind alleinerziehende Mütter“, so Vorländer. Diese hätten in der Regel schwierige Trennungen hinter sich und nicht selten auch häusliche Gewalt erlebt. Wenn sie nach der Trennung mit wenig Geld auskommen müssten, seien davon immer auch die Kinder betroffen: „Plötzlich wird es dann zum Problem, die Monatskarte für die Fahrt zur Schule oder die Teilnahme an einer Sommerfreizeit zu bezahlen.“

Von 2011 bis 2015 haben 348 Menschen, die in Not geraten waren, Anträge auf finanzielle Unterstützung aus dem Hilfsfonds gestellt. Nur acht Anträge wurden abgelehnt, die übrigen 340 Antragsteller bekamen Geld, und zwar im Durchschnitt 318 Euro. Mit den Beihilfen könne zwar die Armut nicht überwunden werden, stellte Krüger fest. Vielen Betroffenen hätte die Hilfe aber in schwierigen Situationen den Mut zum Weitermachen gegeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare