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„Das ist ein herber Rückschlag“

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Franz Jirasek (54) ist  als Erster Beigeordneter  von Kriftel  zuständig für die Wirtschaftsförderung.
Franz Jirasek (54) ist als Erster Beigeordneter von Kriftel zuständig für die Wirtschaftsförderung. © Surrey

Kriftels Erster Beigeordneter Jirasek über Jobs und Gewerbeflächen

Bär Brot und KHS – in kurzer Zeit haben zwei der größten Unternehmen angekündigt, Kriftel zu verlassen. Wie hart trifft das die Gemeinde?

Das ist ein herber Rückschlag. Wir kämpfen seit Jahren um neue Arbeitsplätze und hatten auch gut aufgeholt. Da trifft uns dieser Doppelschlag natürlich schwer.

Hatten Sie vorab Signale, dass es so kommen wird?

Ja. Wir waren mit den Verantwortlichen von KHS seit längerem im Gespräch, weil sie sich gerne vergrößern wollten. Das geht aber auf dem vorhandenen Gelände nicht.

Und bei Bär Brot?

Seit dem Verkauf 2007 hatten wir Unbehagen. Mit dem Eigentümer Frank Ostendorf hatte ich mich vor zwei Jahren getroffen. Es ging um die Optimierung von Produktions-Abläufen, die aber am Standort nur schwer möglich waren. Deswegen wurde ja auch schon die Logistik abgezogen.

Wie stark sind die finanziellen Einbußen für die Gemeinde – Stichwort Gewerbesteuer?

Da sind keine großen Einbrüche zu erwarten. Bei der Gewerbesteuer stehen wir im Moment mit fünf Millionen Euro für dieses Jahr sehr gut da – und daran wird sich auch nicht viel ändern.

Bei KHS und Bär Brot gehen insgesamt rund 160 Arbeitsplätze verloren. Wie sehen Sie die Chancen für die Mitarbeiter, in Kriftel und Umgebung etwas Neues zu finden?

KHS hat angekündigt, den Ingenieuren und Facharbeitern andernorts Arbeitsplätze anzubieten. Für die Arbeiter bei Bär Brot ist die Situation erheblich schwieriger, da viele nur angelernt sind oder gar keine Ausbildung haben.

Gibt es schon Interessenten für die Gewerbeflächen?

Das KHS-Gelände ist im Eigentum des Unternehmens. Ich gehe davon aus, dass es ein Interesse hat, die Fläche zu vermieten oder zu verkaufen. Nachfrage ist in Kriftel auf jeden Fall da. Bei Bär Brot ist es schwieriger. Es gibt keinen Bebauungsplan für das Gelände. Wir werden das Gespräch mit Eigentümer Thomas Bär suchen, was er dort vorhat.

Könnten Sie sich für das Bär-Brot-Gelände auch eine Wohnbebauung vorstellen?

Ja, die Lage am Bach würde sich dazu eignen. Auf dem Areal sind allerdings die Märkte von Rewe und Aldi untergebracht. Da müsste man schauen, wie sich das mit Wohnungen verträgt. Aber auf einer Teilfläche wäre das sicher möglich.

Das Interview führte Torsten Weigelt

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