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Heislitz verlässt Hofheim

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Bäckermeister Heislitz (43) will es allen zeigen.
Bäckermeister Heislitz (43) will es allen zeigen. © Monika Müller

Bäckermeister Matthias Heislitz findet in seiner Heimatgemeinde Hofheim kein geeignetes Grundstück - und wechselt jetzt ausgerechnet nach Kriftel. Dort will er ein Geschäft mit ganz neuem Konzept eröffnen: eine "gläserne Bäckerei".

Von Franziska Richter

Nun also Kriftel. „Wir hoffen, dass wir Ostern 2012 unsere Bäckerei eröffnen können“, sagt Matthias Heislitz, Bäckermeister und engagierter Unternehmer aus Hofheim. Dann lacht er und klingt sehr zuversichtlich. Doch von vorn: Etwa neun Monate ist es her, dass der gebürtige Hofheimer nach Alternativen suchen musste. Denn eigentlich hatte er in seiner Heimatgemeinde eine Bäckerei mit einem ganz neuen Konzept bauen wollen: die „Gläserne Bäckerei“.

„Wir wollen unsere Produktion rausholen aus der Ortsmitte und fit machen für die nächsten Jahre“, sagt Heislitz. Er wolle nicht nur eine neue Produktion bauen, sondern „auch zeigen, dass das Handwerk existiert, dass da Menschen stehen, die eine Schürze tragen, die auch dreckig wird.“

Durch große Fensterfronten hindurch sollen die Kunden sehen, „wie Rezepte verwogen werden, Teig gerollt oder mit Sahne dekoriert wird“. Im Café sei ein Holzbackofen geplant, an dem kleine Gruppen in Kursen ihr eigenes Brot backen könnten. Darüber hinaus solle es neben der Backstube mit Verkauf ein Café und einen Drive-in-Schalter geben.

Das alles wollte Heislitz ursprünglich in Hofheim realisieren. „Doch gab es kein geeignetes Grundstück“, sagt er. Er habe eine Fläche an einer Ausfallstraße gesucht. „Für die Flächen, die mir die Stadt mir angeboten haben, muss erst noch Baurecht geschaffen werden.“ Das dauerte Heislitz zu lange.

Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) bestätigt das: „Einen Bebauungsplan aufzustellen dauert ein bis zwei Jahre“, sagt sie auf Nachfrage der FR. Andere Flächen, die in Privatbesitz seien, kamen nicht in Frage, da die Eigentümer sie nicht verkaufen wollen. „Wir haben mit den Leuten gesprochen, aber wir können keinen zwingen“, sagt Stang. Daher bedauere sie es sehr, dass die Bäckerei Heislitz mit dem neuen Konzept aus Hofheim weggehe.

Offene Arme bei den Nachbarn

„Wir haben, was die Grundstücke angeht, nicht zusammengefunden“, sagt Stang. Und betont dann, dass im Jahr 2010 fast 100 zusätzliche Gewerbe in Hofheim angemeldet worden seien.

Nun hat die Nachbargemeinde Kriftel ein Neues: Auf knapp 6000 Quadratmetern wird zwischen der Kapellenstraße und der Bahnlinie die Erlebnisgastronomie von Heislitz entstehen. Vor einem Dreivierteljahr wurde der Bäcker mit seinen Plänen beim Leiter der Wirtschaftsförderung in Kriftel, Franz Jirasek (CDU), vorstellig – mit Erfolg.

„Wir haben keine eigenen Grundstücke, sondern müssen immer zwischen beiden Seiten die Kontakte herstellen“, sagt Jirasek. Recht schnell seien zwei Grundstücke im Gespräch gewesen, eines ist es geworden. Für die Fläche, auf der die Gläserne Bäckerei nun gebaut werden soll, müssten noch die vorhandenen Baufenster, also die Bereiche, die bebaut werden dürfen, geändert werden. Auch Kanalanschlüsse müssten noch gelegt werden. „Ich bin sehr angetan von Heislitz’ Anliegen“, begründet Jirasek sein Engagement. Die Idee sei „einfach toll“.

Insgesamt 70 Mitarbeiter beschäftigt Heislitz in seinen sieben Backstuben in Hofheim, Kriftel, Kelkheim, Bad Soden und Schwalbach. Die Filiale in Hofheim-Marxheim soll für Logistik genutzt werden, der Verkauf normal weiter gehen.

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