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Hofheim

Heile Welt auf der Leinwand

Flüchtlingskinder malen Bilder und entfliehen für eine Weile ihrem schwierigen Alltag. Bewusst hat sich der Künstler Zurab Kereselidze entschieden, die Teilnehmer nicht etwa zerstörte Häuser malen zu lassen, sondern „eine heile Welt, die sich alle Kinder wünschen“.

Von Jöran Harders

Es sind bunte und fröhliche Bilder, die in dem Atelierraum im Keller des Stadtmuseums hängen. Gemalt haben sie Flüchtlingskinder aus Pakistan, Afghanistan und Eritrea, die bisher nicht gerade ein unbeschwertes Leben hatten. „Manche der Kinder haben in ihrer Heimat Dinge gesehen, die ihre deutschen Altersgenossen zum Glück nur aus den Nachrichten kennen, wenn überhaupt“, schildert Günter Adam vom Katholischen Bezirksbüro Main-Taunus.

Bewusst hat sich der Künstler Zurab Kereselidze, der im Auftrag des Bezirksbüros für acht Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren einen Malkurs geleitet hat, deshalb dafür entschieden, die Teilnehmer nicht etwa zerstörte Häuser malen zu lassen, sondern „eine heile Welt, die sich alle Kinder wünschen“, wie Kereselidze erklärt. „Ich mag Tulpen“, hat etwa die neunjährige Millen beschlossen, die mit ihrer Familie aus Eritrea nach Deutschland gekommen ist. Mit kräftigen Strichen hat sie eine leuchtend rote Blüte aufs Papier gebracht. Die anderen Kinder haben Bäume, Delfine und sonnige Wiesenlandschaften als Bildmotiv gewählt.

Etwas ganz Besonderes

Fünf Tage lang hat der aus Georgien stammende Zurab Kereselidze mit den acht Kindern jeden Nachmittag gemalt. Das sei für alle Teilnehmer des Kurses etwas ganz Besonderes gewesen, betont Adam. Denn die Eltern der Flüchtlingskinder hätten kein Geld, um ihnen Farben oder Malstifte zu kaufen. Außerdem seien die meisten der Familien vollauf damit beschäftigt, ihren schwierigen Alltag zu bewältigen. „Eine der Flüchtlingsfamilien ist obdachlos und ist vorübergehend in einer nicht vermieteten Wohnung der HWB untergebracht. Die anderen leben in engen Sammelunterkünften in Hofheim und Kelkheim“, so Adam.

Möglich wurde der Malkurs, der für die Teilnehmer kostenlos war, durch eine Spende – das Bezirksbüro hat für die Flüchtlingsarbeit einen eigenen Fonds eingerichtet. Das Geld für den Kurs, mit dem Stifte, Farben und Leinwände besorgt und die Ateliermiete und der Künstler bezahlt wurden, haben Erstkommunionkinder aus Flörsheim gesammelt. Für die Kinder sei der Kurs eine schöne Abwechslung gewesen, sagt Adam. Er soll im nächsten Jahr wiederholt werden.

Geld für die Flüchtlingsarbeit kann mit dem Stichwort FfF oder Fonds für Flüchtlingsarbeit auf das Konto (IBAN) DE25 5125 0000 0002 212064 bei der Taunussparkasse gespendet werden.

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