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Ein Haus für behinderte Kinder

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Von: Andrea Rost

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Hofheim Vincenzstift Aulhausen baut neue Einrichtung neben der Sankt Bonifatiuskirche

Kinder und Jugendliche mit Behinderung finden schon bald in Hofheim ein neues Zuhause. Das St.Vincenzstift Aulhausen baut in der Herderstraße in Marxheim ein Haus, in dem 18 behinderte Mädchen und Jungen in zwei Wohngruppen leben können. Dazu wird es zwei Plätze geben, für Kinder, die kurzfristig aufgenommen werden müssen.

Die katholische Sankt Bonifatiusgemeinde stellt das Gelände in Erbpacht zur Verfügung. Finanziert wird das 1,7 Millionen Euro teure Projekt durch den Landeswohlfahrtsverband (LWV), das Land Hessen, die Aktion Mensch und das Sankt Vincenzstift. Kooperationen soll es mit der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule geben und mit der Lebenshilfe Main-Taunus. Seit über 100 Jahren kümmert sich das Sankt Vincenzstift um behinderte junge Menschen.

Kinder aus ganz Deutschland wurden früher in den Rheingau nach Aulhausen gebracht. Das besondere an einem regionalen Kinderhaus, wie es derzeit in Hofheim entstehe, sei, dass die Kinder näher bei ihren Familien wohnen könnten, die Wege zum Elternhaus damit kurz seien und Inklusion besser gelinge, sagte gestern beim Spatenstich der Direktor des Vincenzstiftes, Caspar Söling. Das pädagogische Konzept werde sowohl dem schwerst mehrfach behinderten Kind als auch dem Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung gerecht. „Die Anforderungen an das Betreuerteam sind hoch.“

Als weiteren Baustein im familienfreundlichen Hofheim bezeichnete Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) das Bauprojekt. Es füge sich gut in die bestehenden Angebote für behinderte Menschen ein und sei das erste Haus dieser Art im gesamten Main-Taunus-Kreis.

Einen großen Schritt hin zu mehr Normalität für Menschen mit Behinderung sieht auch der Regionalmanager des Landeswohlfahrtsverbands, Thomas Knieriem. Das Vorhaben passe in die Planungen des LWV, wohnortnahe Angebote auszubauen und so die Verselbstständigung der behinderten Kinder und Jugendlichen zu fördern. Bezüge zur Familie und zu Freunden könnten auf diese Weise besser erhalten werden, ein Wechsel der Schule sei nicht mehr erforderlich.

Architektonisch gesehen orientiert sich das Haus an den bereits bestehenden Gebäuden der Zeltstadt und berücksichtigt zahlreiche Auflagen des Denkmalschutzes. Auch die Anwohner durften bei der Planung mitreden. „Wenn alles glattläuft, werden die ersten Kinder das Kinderhaus in der Herderstraße Mitte 2012 beziehen“, kündigte Caspar Söling an.

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