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Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

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In manchen Straßen kommen wochenlang keine Briefe mehr an

Hattersheim - Es war ein Skandal, als der Film „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ mit Jack Nicholson und Jessica Lange im Jahr 1981 in den Kinos gezeigt wurde. Inzwischen werden solche Filme überhaupt nicht mehr als skandalös angesehen. Dagegen ist es für manche Zeitgenossen aber fast ein Skandal, wenn es um die Zustellung durch die Post geht. Denn die Postboten oder Postbotinnen klingeln oft überhaupt nicht mehr an den Haustüren. Dies zeigen mehrere Fälle in Hattersheim. In einigen Straßenabschnitten, so berichten Leser, habe die Post anscheinend ihre Arbeit vorübergehend eingestellt. Das ist nichts Neues. Seit einigen Jahren ist die Postzustellung in vielen Städten unzulänglich geworden. Die Gründe dafür sind zum einen Personalmangel, Ausfälle durch Corona-Infizierte und zum anderen Organisationsstrukturen, die nicht alles besser gemacht haben. So ist es auch kein Wunder, dass die Post um Personal wirbt. Vor Wochen waren in den Briefkästen Flugblätter eingeworfen worden, die für den Zusteller-Job bei der Post warben. Rund 2500 Euro Gehalt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurden als Entlohnung auf den Werbezettel genannt. Ob diese Aktion etwas genutzt hat, ist für die Kunden nebensächlich. Denn in Hattersheim gibt es seit Wochen in bestimmten Bezirken Probleme mit der Zustellung. So beschwerten sich mehrere Anwohner in der Straße „In den Wiesen“ über eine stark verzögerte oder ausbleibende Postzustellung in den vergangenen Woche.

Eine Leserin erklärte dieser Zeitung, dass sie sowie die Nachbarn sich nicht mehr über die ausbleibende Post wundern würden. Die Beschwerdestelle der Post anzurufen, sei eigentlich zwecklos, meinte die Anruferin. Deshalb hatte sie selbst das Heft in die Hand genommen. Weil eine von ihr abonnierte Wochenzeitschrift nicht kam, erkundigte sich die Hattersheimerin am 12. September bei dem Verlag, der die Zeitschrift produziert und mit der Post den Kunden sendet. Ob denn die Zeitung abgeschickt worden sei, wollte die Leserin von dem Vertriebsmitarbeiter des Verlages wissen. Dieser habe ihr versichert, dass dies wie immer geschehen sei und schickte ihr erneut ein Exemplar der Wochenzeitung zu. Erst zehn Tage später, am 22. September, war tatsächlich die gewünschte Zeitschrift in ihrem Briefkasten. Der Vertriebsmitarbeiter habe ihr bei dem Telefonat erklärt, dass der Verlag auf die per Post in Auftrag gegebenen Zusendungen keinen Einfluss hätte. Die Leserin wies darauf hin, dass es wochenlang bei den Nachbarn ähnliche Probleme gegeben habe. Nach Angaben der Anruferinnen und Anrufer, die sich über die mangelhafte Zustellung beschwerten, handelt es sich offensichtlich um Bereiche in der Kernstadt. In anderen Teilen von Hattersheim funktioniert es anscheinend ziemlich reibungslos.

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