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Vereine rechnen mit höheren Heizkosten

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Warum es nicht möglich ist, die Temperaturen in Sporthallen einfach abzusenken

Hattersheim - Die Heizkosten werden steigen. Daran führt im kommenden Winter wohl kein Weg vorbei. Viele Menschen machen sich bereits Gedanken, wie sie angesichts der angekündigten Gasknappheit Energie sparen und alternative Heizmethoden nutzen können. Die Krise betrifft aber nicht nur Privathaushalte. Vereine, die über eigene Räume beziehungsweise Hallen verfügen, stehen vor einem enormen Kostenanstieg.

„Wir müssen schauen, wie es weitergeht“, sagt Frank Lakomy Vorsitzender des Turnvereins Okriftel (TVO). Momentan sei schwer abzuschätzen, wie stark die Kosten steigen - davon, dass sie steigen werden, geht der Vereinschef jedoch aus. Die Turner betreiben die größte vereinseigene Halle im Stadtgebiet und sind im Winter auf ihre Gasheizung angewiesen. „Die Halle steht keine Minute still“, erklärt Lakomy. Die Räume seien die ganze Woche mit Übungsstunden ausgebucht. Selbst über Nacht müsse zumindest so weit geheizt werden, dass eine Grundwärme erhalten bleibt, erläutert der Vorsitzende. Die großen Räume mit den hohen Decken erst ab den Morgenstunden zu heizen, reiche nicht aus. Dass der TVO die Temperaturen absenkt und sich die Aktiven wärmer anziehen müssen, sei keine Alternative. „Es muss geheizt werden, weil wir auch viele Gruppen mit ganz kleinen Kindern haben“, so Lakomy. Im Turnverein sei schon darüber nachgedacht worden, die Energieversorgung auf eine Solaranlage umzustellen. Eine Prüfung habe allerdings ergeben, dass das Hallendach die benötigten Module nicht tragen kann. „Das Thema ist durch“, erklärt Frank Lakomy. Eine Beitragserhöhung hat der größte Hattersheimer Verein bisher noch nicht geplant. „Wir hoffen, dass es ein temporäres Problem ist“, sagt Lakomy. Der Vorsitzende will keine Sportangebote absagen. Vor allem Kinder hätten schon genug unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie gelitten. Er baue auf die Unterstützung der Stadt oder der Bundespolitik, sagt Lakomy. Vielleicht komme ja noch ein Förderprogramm, das Ehrenamtlern hilft, sagt der TVO-Chef mit Blick auf die Entlastungsmaßnahmen. „Ich hoffe, dass sie an die Vereine denken.“

Auch im benachbarten Stadtteil Eddersheim blicken die Vereinsleute gespannt auf die nächsten Monate. Dort muss die Turn- und Sportgemeinde (TSG) ihre Halle über den Winter bringen. Vorsitzender Andreas Marz rechnet ebenfalls damit, dass steigende Heizkosten ein Thema sind. Jugendhandballer, Turngruppen und die Tischtennis-Abteilung trainieren den Winter über unter dem TSG-Dach. „Unsere Halle ist voll“, erklärt Marz. Vom frühen Nachmittag bis zum Abend würden die Räume genutzt. Bisher habe der Verein noch keine Entscheidung über Maßnahmen gefällt. Vereinschef Marz sieht in der Senkung der Heizwärme aber nicht die einzige Option. Zur Energieeinsparung und Kostensenkung könne es auch beitragen, die Wassertemperatur der Duschen zu reduzieren, so Marz.

Nicht nur Sportvereine verfügen über Immobilien. Auch der Kleingartenverein Hattersheim besitzt eine Halle, die als Vereinsheim dient und für Veranstaltungen vermietet wird. Bisher habe sich der Vorstand noch nicht konkret mit den Energiepreisen auseinandergesetzt, erklärt Vorsitzender Ralf Maroch. Eine Umstellung auf Solarenergie sei eine Option, über die im Verein gesprochen werde. Momenten nutzen die Kleingärtner Flüssiggas, um die Halle neben der Gartenanlage am Schwarzbach warm zu halten. Die Lieferzeiten dafür seien merklich gestiegen, berichtet Ralf Maroch. Es könne gut sein, dass der Verein bei der Vermietung in diesem Winter die Preise erhöhen muss, vermutet der Vorsitzende. In der eigenen Nutzung durch die Mitglieder werde man versuchen, die Heizkosten runterzufahren. „Dann müssen die Leute halt erst mal in Jacke dasitzen“, meint Maroch. sas

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