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Inzwischen hat Kämmerer und Rathauschef Klaus Schindling zum dritten Mal in Folge einen ausgeglichen Haushalt vorgelegt.

Bilanz

Stadt kann Schutzschirm verlassen

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In Hattersheim plant die Koalition aus CDU, FDP und FWG daher eine  Zusammenarbeit über 2021 hinaus.

Vor knapp drei Jahren haben sie den Umschwung geschafft. Hattersheim, seit Jahrzehnten SPD-Hochburg und zuletzt von Rot-Grün regiert, bekam nach den Kommunalwahlen 2016 eine Koalition aus CDU, FDP und Freien Wählern. Kurz darauf wurde Rathauschefin Antje Köster (SPD) abgewählt. Der Christdemokrat Klaus Schindling gewann die Bürgermeisterstichwahl mit Unterstützung der späteren Koalitionäre. Jetzt haben die drei Regierungsparteien Bilanz gezogen. Und die fällt aus Sicht von CDU, Freien Demokraten und FWG ausgesprochen positiv aus. „Die Koalition funktioniert“, sagte Willi Torka (FWG) gestern vor Journalisten. „Unsere Zusammenarbeit ist stabil und zielbezogen.“

Was die Stadtregierung in den ersten Monaten vor allem beschäftigte, war die finanzielle Situation der Mainstadt. Hattersheim war 2012 unter den Rettungsschirm des Landes Hessen gegangen, weil nach dem Wegzug eines großen Gewerbesteuerzahlers die Kassen leer waren und die Schulden immer höher wurden. Inzwischen hat Kämmerer und Rathauschef Klaus Schindling zum dritten Mal in Folge einen ausgeglichen Haushalt vorgelegt, und Hattersheim wird noch in diesem Jahr den Schutzschirm verlassen können. Die Kassenkredite seien seit 2017 von 23 auf acht Millionen Euro reduziert worden, berichtete Torka. Zugleich habe man begonnen, den Sanierungsstau an städtischen Einrichtungen abzuarbeiten. Sportplätze im gesamten Stadtgebiet müssen dringend hergerichtet werden. Die energetische Sanierung der denkmalgeschützten Stadthalle, die seit 2014 geschlossen ist, hat bereits begonnen. Viel zu tun gibt es auch bei den Kindertagesstätten. Vor allem in der Kernstadt fehlen Betreuungsplätze. Um qualifiziertes Personal einstellen zu können, vergibt die Stadt Stipendien für die Erzieherausbildung.

Mit dem Rechenzentrumsbetreiber e-Shelter hat Hattersheim einen großen Gewerbesteuerzahler und damit mehr Stabilität bei den Steuereinnahmen gewonnen. Ende des Monates wird das neue Rechnenzentrum, das kurz hinter der Frankfurter Stadtgrenze steht, eingeweiht.

Bei Verkehrsprojekten wie der Umfahrung für Eddersheim oder der Beseitigung des Bahnübergangs in dem Stadtteil kommen CDU, FDP und FWG hingegen nur stockend voran. Die Zusammenarbeit mit übergeordneten Stellen wie Hessen Mobil und der Deutschen Bahn sei kompliziert, sagte CDU-Fraktionschef Michael Minnert. „Da braucht man einen langen Atem.“

Zusammenarbeiten wollen die drei Fraktionen, die aktuell 21 der 37 Stadtverordneten stellen, auch nach den Kommunalwahlen 2021. Bereits im Koalitionsvertrag haben CDU, FDP und FWG festgelegt, Bürgermeister Schindling bei einer Wiederwahl zu unterstützen.

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