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„Sponde“-Köche stehen in den Startlöchern

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Im sanierten Stadthallen-Restaurant sollen bald mediterrane Speisen angeboten werden

Hattersheim - Die kulinarische Zukunft der Stadthalle am Karl-Eckel-Weg scheint gesichert. In den derzeit noch leerstehenden Gastronomieflächen auf der Ostseite des sanierten Gebäudes soll in einigen Wochen mediterrane Kost serviert werden. Nach Auskunft aus dem Rathaus zieht dort der Betreiber eines griechischen Restaurants ein. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) hatte erklärt, dass der Vertrag mit dem Pächter bereits unterzeichnet ist. Die Wiedereröffnung der Gaststätte wäre ein weiterer Schritt auf dem Weg zum vollständigen Stadthallenangebot.

Gastronomen zählen zur Gruppe der Gewerbetreibenden, die besonders stark unter der Corona-Pandemie zu leiden hatten. Anhaltende Mietforderungen und Personalkosten brachten viele an den Rand des Ruins - einige sogar darüber hinaus. Vor dem Hintergrund dieser ungewissen Jahre ist es alles andere als einfach, Pächter zu finden, die bereit sind, das Risiko eines neuen Standortes einzugehen. In Hattersheim ist dies dennoch gelungen. Athanassios und Alexandra Aspiotis heißen die neuen Betreiber, die Erfahrung in die Stadthalle mitbringen werden. In über 30 Jahren im Gastronomiegewerbe hat Athanassios Aspiotis schon einiges erlebt. Der von der Insel Korfu stammende Grieche leitete ein Restaurant in Frankfurt und war zuletzt an einer Gaststätte im Main-Taunus-Kreis beteiligt. In der Stadthalle wollen er und seine Frau nun einen Neuanfang mit frischen mediterranen Speisen wagen. Im Mittelpunkt sollen die Kräuterküche der Insel Korfu sowie Fisch und Meeresfrüchte stehen. Der neue Pächter weiß auch schon, was auf dem Schild vor dem Eingang stehen wird: Das neue Stadthallenrestaurant soll den Namen „Sponde“ tragen - ein Bezug zu Mythologie und Ritualen des Mittelmeerraums. In der griechischen Mythologie war Sponde eine der zwölf Horen - Töchter des Zeus, die über die Tageszeiten wachen. Sponde steht dabei für die Zeit nach dem Mittagessen, in der die Menschen den Göttern ein Trankopfer brachten. Der Ritus, Flüssigkeiten über einem geweihten Objekt auszugießen, war in verschiedenen Kulturen verbreitet.

Die Gastwirte und Köche stehen schon in den Startlöchern. Derzeit müssen sich Pächter und Stadt aber noch etwas gedulden. Es fehlt nämlich an einer elementaren Voraussetzung für den Betrieb eines Restaurants: der Kücheneinrichtung. Die Stadt hatte im Zuge der Sanierung beschlossen, die Küche komplett zu erneuern und das Restaurant voll ausgestattet zu verpachten. Nach Fertigstellung solle die Halle über eine große Küche samt Aufzug verfügen, erläutert Schindling. Kostenpunkt: Rund 550 000 Euro. Mobiliar und Geräte lassen momentan aber noch auf sich warten. Nur ein Teil sei bisher geliefert. Der Rathauschef hofft, dass sich zum Ende des ersten Quartals, also im März, etwas tut. Neben dem griechischen Restaurant soll es künftig einen Caterer in der Stadthalle geben. Die Stadt hat sich auf ein Konzept in zwei Teilen festgelegt. Während die Gaststätte unabhängig arbeitet, soll der Caterer die Veranstaltungen unter dem Hallendach bewirten. Die Gespräche mit einem Caterer sind noch nicht so weit fortgeschritten wie der Vertragsabschluss mit dem Ehepaar Aspiotis. Klaus Schindling gibt sich aber zuversichtlich: „Es sieht gut aus.“ Ein Termin, der künftig zum Aufgabenfeld eines Caterers gehört, ist der Kreppelkaffee für Seniorinnen und Senioren, der am Wochenende wieder in der Stadthalle über die Bühne ging.

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