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Schulstandort "nicht alternativlos"

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Anwohnerin Anja Riedel machte es mit dieser Foto-Montage deutlich: So nah würde die Schule an ihrem Grundstück stehen. privat
Anwohnerin Anja Riedel machte es mit dieser Foto-Montage deutlich: So nah würde die Schule an ihrem Grundstück stehen. privat © Anja Riedel

Hattersheim Anwohnergemeinschaft hat Einwände gegen die Flächennutzungsplanänderung

Der vom Main-Taunus-Kreis favorisierte Bau einer Grundschule am Südring ist seit einiger Zeit umstritten. Mehrere Anwohner, die das Großprojekt auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche am Rand der Wohnbebauung ablehnen, haben sich zusammengetan. Widerspruch regte sich zudem von anderer Seite. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte sich gegen die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans ausgesprochen.

Bisher ist auf der landwirtschaftlichen Fläche, die als "Vorhaltsgebiet für besondere Klimafunktionen" gilt, keine Bebauung vorgesehen. Die Stadt Hattersheim hat deshalb eine Änderung des Flächennutzungsplans beim Regionalverband beantragt. Das Areal soll zu einer "Fläche für den Gemeinbedarf" werden. Im Zuge dieses Änderungsverfahrens konnten Privatpersonen und Träger öffentlicher Belange Stellung nehmen.

Der BUND lehnte die Anpassung des Regionalen Flächennutzungsplans ab und begründete seine Position mit dem Verlust von hochwertigen landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie dem Verlust eines Kaltluftentstehungsgebiets. Die Umweltschützer empfehlen eine neue Standortanalyse für den Bau einer dritten Hattersheimer Grundschule. Der BUND kritisiert zudem den Bodenverbrauch durch die geplante neue Grundschule. Die vorliegende Planung, mit zweigeschossigem Gebäude und Erschließungsstraße gehe "extrem verschwenderisch" mit der bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche um. Deshalb verstoße die Planung gegen die Vorsorgepflichten des Bundes-Bodenschutzgesetzes und gegen die Vorgaben des Baugesetzbuches zum schonenden Umgang mit Grund und Boden.

Die Anwohner machten ihre Ablehnung im Zuge des Beteiligungsverfahrens nun erneut deutlich. Die aus rund 20 Personen bestehende Interessengemeinschaft habe über ihren Anwalt Einwände gegen die Änderung des Flächennutzungsplans eingereicht, erklärt Anja Riedel. Die Hattersheimerin wäre stark vom geplanten Neubau betroffen, weil das Schulgebäude nur wenige Meter vor ihrem Garten hochgezogen werden soll. Riedel und ihr Lebensgefährte beklagen den Verlust der Privatsphäre und den Wertverlust ihrer Immobilie. "Wir sind ja nicht gegen die Kinder", betont die Anwohnerin.

Den Gegnern des Projektes sei jedoch wichtig, dass der Bauplatz am Südring "nicht alternativlos" ist. Riedel befürwortet das Areal der Heinrich-Böll-Schule als möglichen Standort. Da diese Schule sowieso bis zum Jahr 2025 erweitert werden soll, sei eine Kombination beider Bauvorhaben sinnvoll, argumentiert sie. Anja Riedel kritisiert eine bereits durchgeführte Standortanalyse, aus der die Fläche am Südring als Favorit hervorging. Das Areal sei bereits 2019 als Schulstandort erworben worden. Die Analyse solle die bereits erfolgte Entscheidung nachträglich rechtfertigen, vermutet Riedel.

Ihr sei es wichtig, weiter das Gespräch mit Stadt und Kreis zu suchen, sagt Riedel. Momentan könne sie nur abwarten. Langfristig scheue sie aber auch keine juristische Auseinandersetzung. Wenn eine Einigung ausbleibe, werde man den Klageweg gehen, versichert die Anwohnerin.

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