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In der Quartiermitte gibt es ein imposantes Wasserspiel.
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In der Quartiermitte gibt es ein imposantes Wasserspiel.

Hattersheim

Kritik an neuem Stadtviertel

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Das Ölmühlenquartier am Hatterseheimer Hessendamm mit mehr als 300 Wohnungen ist bezugsfertig. SPD und Grüne üben Kritik.

Die großen Kräne und Baufahrzeuge sind verschwunden, nur ein paar Bagger stehen noch im Ölmühlenquartier. Arbeiter schaufeln Kies für die Bürgersteige, in den Beeten liegt schon Rindenmulch. Büsche, Hecken und Bäume sind gepflanzt. Bis Ostern, sagt Investor Günter Horn, sollten die Außenanlagen in dem Neubaugebiet am Hessendamm fertig sein. Innerhalb von knapp zwei Jahren hat er die 29 Wohngebäude hochgezogen. Davor war auf dem Gelände ein Großparkplatz für Flugreisende, die ihr Auto abstellen und sich per Shuttlebus zum Airport bringen lassen konnten.

Schon jetzt stehen Umzugswagen vor den Neubauten, Kisten und Möbel werden ausgeladen, neue Küchen geliefert. Bei einem Rundgang lässt sich Rathauschef Klaus Schindling (CDU) das neue Stadtviertel zeigen. Noch wirkt vieles wie aus der Retorte. Die großen Tiefgaragen sind fast leer. Kein Kind turnt am Klettergerüst an der Allee, die das Viertel durchzieht. In den Vorgärten sprießt schon der Rasen, doch Menschen sind keine zu sehen. Das Wasserspiel in der Quartiersmitte, das zunächst sanft vor sich hinplätschert und dann wieder wie ein Geysir aus dem Boden schießt, wird nur für kurze Zeit am Ende der Besichtigungstour eingeschaltet.

Das Neubaugebiet

3,9 Hektar groß ist das Areal am südlichen Stadtrand von Hattersheim, auf dem der Kelkheimer Investor Günter Horn 363 Wohnungen für rund 1000 Menschen errichten hat lassen.

20 Sozialwohnungen wurden bereits
an die Stadt übergeben.

224 Mietwohnungen und 119 Eigentumswohnungen sind ebenfalls bezugsfertig.

Quartierszentrum mit gastronomischem Angebot soll das historische Ölmühlengebäude werden, das an der Regionalparkroute liegt. aro

Er freue sich, wenn demnächst auch die Alte Ölmühle in neuem Glanz erstrahlen werde, sagt Bürgermeister Schindling. Die Geschäftsführer der Projektgesellschaft Horn haben ihm zuvor die Antragsunterlagen für Sanierung und Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes übergeben. Ein Gastronomiebetrieb soll darin unterkommen.

Den Bebauungsplan für das knapp vier Hektar große Areal rund um die alte Ölmühle und gegenüber dem ehemaligen Werksgelände von Sarotti haben die Regierungspartner CDU, FDP und Freie Wähler beschlossen. SPD und Grüne stimmten dagegen. Nicht weil sie grundsätzlich gegen eine Bebauung der Fläche waren, sondern weil ihnen die Zahl von weit mehr als 300 Wohnungen zu groß erschien, der Abstand zwischen den bis zu viergeschossigen Gebäuden zu gering. Ausnahmegenehmigungen seien für den Investor erteilt worden, kritisierte SPD-Fraktionschef Marek Meyer im Gespräch mit der FR. Auch die laut Satzung in Hattersheim vorgeschriebene Zahl der Parkplätze habe man für das Ölmühlenquartier verringert. „Das könnte für die Bewohnerinnen und Bewohner eng werden.“

Ähnlich äußert sich auf Nachfrage die Fraktionschefin der Grünen, Nathalie Ferko. Ihre Partei habe bereits mehrfach ein Stadtentwicklungskonzept für Hattersheim gefordert, sagte sie der Frankfurter Rundschau. Bislang liege nichts vor. Dabei werde in der Stadt weiterhin gebaut. Wohnungen entstünden in der früheren Papierfabrik Phrix in Okriftel und auf dem Wellpappegelände an der Voltastraße.

„Wir müssen sehen, dass wir die Hattersheimer Infrastruktur nicht überfordern und wir brauchen eine Verkehrswegeplanung“, sagt Ferko. Wenn sich das neue Parlament konstituiert habe, wolle ihre Partei erneut ein Stadtentwicklungskonzept fordern. „Damit wir eine nachhaltige und langfristige Perspektive für Hattersheim haben.“

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