1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Hattersheim

Kindertagesstätte könnte auf Supermarkt-Dach

Erstellt:

Kommentare

CDU gibt sich überrascht, dass SPD und Grüne von diesem Vorhaben überhaupt nichts halten

Hattersheim - Kein Neubaugebiet funktioniert ohne die notwendige Infrastruktur. Dazu gehören neben Straßenanbindungen auch Kinderbetreuungsplätze für die künftigen Bewohner. Im Baugebiet südlich der Voltastraße hat die Stadt Hattersheim die Errichtung einer neuen Kita mit dem Bauträger ausgehandelt. Der Standort dieser Kinderbetreuung war nun Gegenstand einer längeren Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung. Dass die Kita aufs Dach eines Supermarktes gebaut werden könnte, misfällt der Opposition.

Eigentlich ging es um die öffentliche Auslegung des bereits im April geänderten Bebauungsplans „Vordere Voltastraße“. Mit der Veränderung wurden die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, auf einer rund einen Hektar großen Fläche im Nordosten des Areals Einzelhandelsbetriebe und eine Kita anzusiedeln. Die Auslegung des Bebauungsplans wurde nun mit den Stimmen der CDU-FDP-FW-Koalition beschlossen. SPD und Bündnis 90/Die Grünen stimmten dagegen.

„Es ist doch nichts anderes als ebenerdig“

S PD-Fraktionschef Marek Meyer bezeichnete den Einzelhandel in dieser Ecke als sinnvoll, weil er das vorhandene Angebot im Bereich „An der Taunuseisenbahn“ gut ergänze. Was die SPD jedoch nicht wollte, waren Einzelhandel und Kita-Betreuung auf demselben Fleck. Die Sozialdemokraten störten sich an der Aussicht, dass die künftige Kita auf dem Dach eines Discounters gebaut wird. Dass die Einrichtung samt Außenanlage auf dem Dach angesiedelt werde, sei keine glückliche Lösung. Dies biete sich eher in dicht bebauten Frankfurter Siedlungen an, meinte der SPD-Mann.

Im neu geplanten Gebiet in Hattersheim hätte man sich seiner Ansicht nach auf eine frei stehende Kita einigen sollen. Dies fand auch Alessio Justin Dale (Grüne), der darauf hinwies, dass ein Bau in der Nähe des Wasserwerkswaldes ebenso möglich gewesen wäre. „Wir erkennen nicht, wieso es notwendig ist, Natur zu simulieren“, so Dale.

CDU-Fraktionschef Michael Minnert fand es „erstaunlich, dass in dieser Abstimmung keine breite Einigung erzielt wurde.“, sagte der Christdemokrat mit Blick auf die Kita über dem Supermarkt. Der einzige Unterschied bestehe in der Erreichbarkeit der Räume - und diese werde durch einen Aufzug sichergestellt.

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) hob hervor, dass ein städtebaulicher Vertrag mit dem Bauträger ausgehandelt wurde, von dem Hattersheim profitiere. Die Vereinbarung sehe vor, dass die Stadt eine schlüsselfertige Kita kostenfrei übertragen bekommt. Im Vertrag habe die Stadt dem Investor bloß die Möglichkeit eingeräumt, die Kita auf dem Dach zu bauen. Zwingend beschlossen sei dies nicht.

SPD-Mann Meyer betonte daraufhin, dass es Ziel eines Bebauungsplans sei, die Ordnung des betroffenen Gebietes vorzugeben. Im vorliegenden Plan sei die Kita auf genau dieser Fläche vorgesehen. „Wo steht sie denn sonst?“, wollte der Sozialdemokrat vom Verwaltungschef wissen. Niemand glaube daran, dass die Kindertagesstätte nicht auf das Dach komme, wenn diese Möglichkeit im städtebaulichen Vertrag eingeräumt werde.

Bürgermeister Schindling führte daraufhin weiter aus, dass der Bauvorhabenträger mit zwei Discounter-Betreibern noch nicht einig geworden sei. Deshalb gebe es noch keine Entscheidung. „Die Standortwahl ist nicht beschlossen und festgelegt“, betonte der Rathauschef. sas

Auch interessant

Kommentare