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Heike Seibert wird Erste Stadträtin

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Heike Seibert CDU
Heike Seibert CDU © cdu

Die gestrichene Stelle wird nun doch wieder in den Haushalt eingestellt

Hattersheim - Es war eine Überraschung, als nach der jüngsten Kommunalwahl bekannt wurde, dass im Koalitionsvertrag festgelegt ist, dass künftig die Stelle eines hauptamtlichen Ersten Stadtrats zunächst, wie es im Vertrag hieß, eingespart werden soll. Mit der Zeitangabe „künftig“ war die Zeit nach dem Amtsende des bisherigen Ersten Stadtrats Karl Heinz Spengler (FW) gemeint, dessen Amtszeit im April 2023 abläuft.

Wie schnell sich Situationen ändern und sich gut gemeinte Innovationen ins Gegenteil verkehren können, ist einige Monate später sichtbar geworden. Die Arbeitsbelastung für Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) in der immer noch prosperierenden Stadt, in der viele Bau- und Infrastruktur-Projekte abgearbeitet werden müssen, ist seit der Kommunalwahl nicht geringer geworden, hat eher noch zugenommen. Dies hat verschiedene Ursachen. Unter anderen die Auswirkungen der Inflation und damit der Kosten für städtische Vorhaben sowie der permanenten Beanspruchung beim Corona-Schutz und die Projekte, die wegen Materialknappheit oder Personalproblemen eine intensive Nachbearbeitung mit Verhandlungen oder Neuausschreibungen von Bauleistungen erfordern. Dazu kommt die Energiekrise, die die Kommunen mit neuen Problemen belastet, wenn es ums sparen geht.

Entlastung für den Rathauschef

All dies „auf die Kette zu bekommen“, wie Klaus Schindling es gerne bezeichnet, ist zweifellos umfangreicher und zeitintensiver geworden seit einiger Zeit. Kurzum, die Koalition von CDU, FDP und Freien Wählern (FW) hat ihre Marschrichtung geändert und sieht es als vernünftig an, wenn der Rathauschef eine Entlastung erfährt. Deshalb wurde im Koalitionsvertrag der Passus mit der Nichtbesetzung eines ersten Stadtratsposten geändert. Nach dem Ende der Amtszeit soll der Posten des Ersten Stadtrates zum 1. Mai 2023 wiederbesetzt werden. Der CDU wurde von den Koalitionären das Vorschlagsrecht für die Besetzung eingeräumt.

Mit dem Ausscheiden von Karl-Heinz Spengler soll es künftig also wieder für die Fachgebiete Kinder, Jugend sowie Kultur eine hauptamtliche Stadtratsstelle geben. Deshalb hat gestern Abend der Magistrat beschlossen, die Stelle für einen Ersten Stadtrat oder Stadträtin, wieder im Etat einzustellen und eine Ausschreibung vorzunehmen. Der Haupt- und Finanzausschuss soll als Wahlvorbereitungsausschuss die Wahlprozedur organisieren. Dies erklärte gestern Bürgermeister Klaus Schindling auf Nachfrage. Wer der oder die Nachfolger oder Nachfolgerin von Spengler werden soll, ist noch unklar. Anfragen bei Schindling, der ja auch CDU-Vorsitzender ist, und Vertretern der Koalition wurden dazu bisher nicht beantwortet.

Nach Informationen dieser Zeitung soll Heike Seibert die neue Erste Stadträtin werden. Die noch in Niedernhausen wohnende Ehefrau und Mutter eines Sohnes (12) arbeitet seit 2010 in der CDU-Kreisgeschäftsstelle, wurde im Oktober 2015 zur Geschäftsführerin der CDU-Kreispartei ernannt und ist Fraktionsgeschäftsführerin der CDU Main-Taunus. Die 43-Jährige hat eine reichhaltige berufliche Erfahrung. So war sie unter anderem für den Vorstand einer Versicherung in Frankfurt tätig sowie als Büroleiterin eines CDU-Bundestagsabgeordneten in Berlin.

Heike Seibert ist Fraktionsgeschäftsführerin und stellvertretende CDU-Parteivorsitzende in Hattersheim. Davor war sie Mitglied der Gemeindevertretung Niedernhausen und dort Vorsitzende des Bau-, Umwelt- und Sozialausschusses. Außerdem engagierte sie sich im dortigen CDU-Kreisverband als Beisitzerin. Bei der CDU Niedernhausen fungierte Seibert als stellvertretende Partei- und Fraktionschefin.

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