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Heike Seibert ist Erste Stadträtin

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Heike Seibert bei ihrer Vorstellungsrede in der Stadtverordnetenversammlung. stadt
Heike Seibert bei ihrer Vorstellungsrede in der Stadtverordnetenversammlung. stadt © Hans Nietner/Stadt Hattersheim

43-jährige CDU-Frau bekommt vier Stimmen aus dem Lager der Opposition

Hattersheim - Es war ein besonderer Abend für die CDU/FDP/Freie Wähler-Koalition in der Stadthalle. Dort tagten zum ersten Mal wieder eine Stadtverordnetenversammlung nach der umfangreichen Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Doch die Komplettsanierung interessierte an diesem Abend nicht so viele Stadtverordnete. Vielmehr ging es um die Wahl eines Nachfolgers für Karl-Heinz Spengler (Freie Wähler), der noch bis Ende März als Erster Stadtrat amtiert. Einzige Bewerberin für das Amt war Heike Seibert (CDU). Die 43-Jährige war bisher Geschäftsführerin in der Kreispartei- Zentrale in Hofheim. Heike Seibert ist verheiratet und Mutter eines 12-jährigen Sohnes, und wohnt mit ihrer Familie in Niedernhausen.

Zum Ablauf des Abends waren Redezeitbeschränkungen vereinbart worden: Für die Bewerberin 15 Minuten, für alle anderen Stadtverordneten fünf Minuten. Heike Seibert betonte in ihrer Vorstellungsansprache, dass sie an einem guten Miteinander mit allen Fraktionen und Stadtverordnete interessiert sei und das für sie das Thema Kommunikation und Netzwerken in den unterschiedlichsten Gremien die erste Priorität habe. Seibert wies darauf hin, dass sie in ihrer Zeit als Büroleiterin des umweltpolitischen Sprechers der CDU-Bundestagsfraktion in Berlin auch auf Bundesebene auf noch heute bestehende Freundschaften über alle Parteigrenzen hinweg zählen könne. Die Themen Umwelt und Klimaschutz seien der erste Schwerpunkt gewesen bei ihrer Tätigkeit in der Bundeshauptstadt. Für sie sei es wichtig, dass es einen klaren Blick gebe, um eine „gesunde Balance zwischen ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten zu erreichen“.

Unter anderem zum Thema Verkehr äußerte sich die CDU-Frau. Eine Verkehrsentlastung sei für Hattersheim eine unabdingbare Aufgabenstellung. Umsetzungen aus dem vorhandenen Nahmobilitäts-Konzept seien hier ebenso wichtig wie die Schaffung von attraktiven Fuß- und Radwege-Verbindungen. „Aber auch die Busverbindungen und Anbindung in unserer Stadt und an die Nachbarkommunen sind immer wieder zu überprüfen und zu optimieren“, meinte Heike Seibert. Zudem müsse sich Hattersheim auch dem Thema Nah- und Fernwärmeversorgungsstellen widmen. Ziel sei es, auf diese Art und Weise langfristig und flächendeckend eine Versorgung aller Haushalte zu ermöglichen.

„Ich möchte aber weiter denken, neue Blickwinkel und Anknüpfungspunkte schaffen“, erklärte die 43-Jährige. Digitale Technologien könnten dabei helfen, etwas gegen den Klimawandel zu tun, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und Ressourcen zu schonen. Digitale intelligente Verkehrssteuerung sei ein weiterer wichtiger Punkt, sagte Seibert. Die Bewerberin sprach sich außerdem für die Etablierung eines Seniorenbeirates aus und möchte sich verstärkt für Integration und Inklusion einsetzen.

Ihre Ansprache wurde auch von der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen mit höflichem Beifall honoriert. Danach ging es zur geheimen Abstimmung. Die Mehrheitskoalition von CDU, FDP und FW hat bekanntlich 19 Stimmen, jeweils zwei davon haben Freidemokraten und Freie Wähler in der Stadtverordnetenversammlung. Die Grünen haben sechs Sitze, ebenso die SPD. Die Stadtverordnete Corinna Abel gehört der „Partei“ an. Abel fehlte entschuldigt am Wahlabend, so dass 36 Stadtverordnete abstimmten. Heike Seibert bekam 27 Stimmen, also vier Stimmen mehr als die Mehrheitkoalition an Sitzen in der Hattersheimer Stadtverordnetenversammlung hat. Einen Tag vorher hatten die Grünen erklärt dass sie Heike Seibert unterstützen und wählen werden. Würde man spekulieren, könnte man vermuten, dass zwei Stadtverordnete der Grünen der Ansage der Fraktionschefin nicht folgten.

Nach der Wahl wurde Heike Seibert von Stadtverordnetenvorsteher Georg Reuter (CDU) auf ihr neues Amt, das sie am 1. Mai antritt, vereidigt. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) überreichte der neuen hauptamtlichen Kollegin im Magistrat einen Blumenstrauß.

Für einen kleinen Fauxpas hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Minnert gesorgt, als er seiner Rede von einem „historischen“ Ereignis für die Stadt sprach, da Heike Seibert die erste Frau in Hattersheim auf diesem Posten sei. Die in den Zuschauerreihen sitzende Ex-Erste-Stadträtin Karin Schnick (Grüne) protestierte daraufhin lautstark, dass sie das gewesen sei. Sie hatte recht.

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