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Mehr als 500 heimische Wildstauden haben Beschäftigte des Schlockerhofes im Rosenpark gepflanzt.
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Mehr als 500 heimische Wildstauden haben Beschäftigte des Schlockerhofes im Rosenpark gepflanzt.

Hattersheim

Hattersheim: Wildstauden im Rosarium

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Heimische Duft- und Gewürzpflanzen sollen die Artenvielfalt im Rosenpark an der Regionalparkroute fördern. Gezüchtet hat sie die Gärtnerei des Schlockerhofes.

Die Frauen und Männer haben gut zu tun. Mehr als 500 Stauden sollen sie in das 130 Quadratmeter große Beet an der Nordseite des Hattersheimer Rosariums setzen. Ausgesucht hat die Pflanzen Christoph Schuch von der Gärtnerei des Schlockerhofs, einer Einrichtung der Evim-Behindertenhilfe.

Er habe bienenfreundliche regionale Sorten ausgesucht, die nicht allzu viel Pflege brauchten und auch mit trockenem Klima gut zurechtkämen, sagt Schuch und präsentiert stolz den Pflanzplan. Von der pfirsichblättrigen Glockenblume über Prachtkerzen, Heidenelken und Gundelrebe bis zu Baldrian, Dost und echtem Alant sind darauf auch Pflanzen zu finden, die nicht an jeder Ecke blühen. Die Gärtnerei des Schlockerhofs habe sich seit einiger Zeit auf die Anzucht regionaler Wildstauden spezialisiert, berichtet Schuch. Hundert Sorten seien im Angebot, alle in zertifizierter Bioqualität. In der Gärtnerei arbeiten Menschen mit Beeinträchtigung. Einige von ihnen sind zur Pflanzaktion in den Rosenpark an der Regionalparkroute gekommen.

Rosarium

Seit 1997 ist das Rosarium zwischen Hattersheim und Okriftel ein beliebtes Ausflugsziel an der Regionalpark-Rundroute.

Es erinnert an den Rosenanbau in der Stadt im vergangenen Jahrhundert, als von Hattersheim aus Schnittrosen in die ganze Welt verschickt wurden.

Heute blühen im Rosarium auf einer Fläche von 1,3 Hektar mehr als 6500 Rosen. 100 Sorten der Polyantha-, Zwerg-, Floribunda-, Strauch-, Kletter- und Edelrosen wachsen in den Beeten und an tunnelförmigen Rankhilfen. aro

Stauden neben edlen Rosenzüchtungen – das habe es von Anfang an im Rosarium gegeben, sagt Mathias Bausback, der Geschäftsführer der Regionalpark-Pilot-Gesellschaft. Mitte der 1990er Jahre habe man vor allem Lavendel und Salbei gepflanzt sowie einige andere dominante Sorten, die stark wucherten und nach und nach Solitärstauden verdrängten. In den vergangenen Jahren verwilderten die Staudenbeete im Rosarium zusehends. Der Schwerpunkt von Profigärtnern und ehrenamtlichen Pat:innen lag auf der Pflege der Rosenbeete und Rankhilfen, die um ein Wasserbecken mit Schilf, Seerosen und Fischen angeordnet sind.

Das soll nun anders werden. 15 000 Euro hat die Regionalpark-Pilot-Gesellschaft für das neue Staudenbeet ausgegeben. Dafür wurden nicht nur mehrere Hundert Pflanzen gekauft, sondern auch die gesamte Erde des Beets bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern ausgetauscht, damit Wurzelkräuter und einzelne dominante Stauden nicht so schnell wieder hochkommen können. Das Geld stammt aus dem Renovierungsfonds der Regionalpark-Ballungsraum-Rhein-Main-Gesellschaft. Er ist der Teil des Corona-Maßnahmenpakets.

„Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern des Rosariums zeigen, wie man mit heimischen Wild- und Prachtstauden Bienenweiden und trockenheitsresistente Pflanzungen anlegen kann – als Alternative zu Schotterwüsten“, sagt Peter Schmitz, Landschaftsarchitekt der Regionalpark-Pilot-Gesellschaft. Die Stauden mit ihren unterschiedlichen Wuchs- und Blütenformen stünden mit den Rosen in guter Wechselwirkung. „Sie halten das Ungeziefer ab und es ergeben sich wunderbare Farbkombinationen.“ Zudem böten sie Insekten Nahrung und Unterschlupf und in weiterer Folge auch Kleinsäugern und Singvögeln. „Das fördert die Artenvielfalt im Rosarium.“

Um den Hattersheimer Rosenpark ein knappes Vierteljahrhundert nach seiner Eröffnung attraktiv zu erhalten, hat die Gesellschaft zusätzlich zum üblichen Pflegeaufwand in den vergangenen Monaten mehr als 100 000 Euro ausgegeben. Das Geländer um den Teich, in dem Zierfische schwimmen, wurde erneuert. Und die sechseinhalb Meter hohe Rosenpyramide am Eingang, deren Holzbalken teilweise verfault und unansehnlich waren, wurde durch eine moderne Stahlkonstruktion ersetzt.

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