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Die marode Holzpyramide am Eingang soll abgerissen und aus Metall neu aufgebaut werden. 

Hattersheim

Hattersheim: Verein sucht Paten für Rosarium

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Ehrenamtliche sollen beim Erhalt des Rosengartens an der Regionalpark-Route helfen.

Noch liegt das Rosarium zwischen Wasserwerkallee und Friedhof im Hattersheimer Stadtteil Okriftel im Winterschlaf. Die Rosenstöcke in den Beeten sind akkurat geschnitten, die Erde ist umgegraben. Vom üppigen Blütenflor des Sommers ist noch nichts zu sehen. Die Kletterrosen an der mehrere Meter hohen Holzpyramide wurden im Herbst komplett entfernt. Die Konstruktion soll im Lauf des Jahres aus Metall neu aufgebaut werden.

Weil es relativ warm war in den letzten Wochen, haben viele Rosen bereits ausgetrieben. Kleine grüne Blätter sprießen aus den Zweigen. Vielerorts kommt auch bereits das Unkraut aus der feuchten Erde. Demnächst müsse der Frühjahrsschnitt für die Rosen erledigt werden, sagt Dieter Stöß. Ehrenamtliche Rosenpaten sind dafür zuständig. Doch die Zahl derer, die in ihrer Freizeit im Rosarium mehr als 20 Beete in Ordnung halten, ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. „Wir sind zurzeit zwölf Paten‘“, sagt Stöß. Gut doppelt so viele müssten es sein, damit alle Arbeiten erledigt werden können. Zusammen mit Thomas Lendl hat Stöß deshalb im vergangenen Jahr die Gruppe „Freunde des Rosariums“ innerhalb des Hattersheimer Volksbildungswerks gegründet. Gemeinsam versuchen sie, neue Paten zu gewinnen sowie Sponsoren. Denn es sind auch viele Kleinigkeiten zu erledigen, die Geld kosten. Beispielsweise müssten die Schilder ausgetauscht werden, auf denen die Namen der Rosen stehen, die in den einzelnen Beeten wachsen. „Die kann man kaum noch lesen“, sagt Stöß.

Das Rosarium

Eröffnetwurde das Rosarium im Jahr 1997. Es war eine der ersten Attraktionen der Regionalparkroute.

Der Rosenparkim Stadtteil Okriftel ist 1,3 Hektar groß. Er erinnert an die 100 Jahre alte Tradition des Rosenanbaus in Hattersheim.

Die Freundedes Rosariums sind erreichbar unter rosenpaten@gmx.de.

Um die Gesamtpflege des Rosariums kümmert sich seit seinem Entstehen vor mehr als 20 Jahren die Regionalpark-Rhein-Main-Pilot-Gesellschaft, der die Städte Hochheim, Flörsheim, Hattersheim sowie der Main-Taunus-Kreis angehören. Jedes Jahr wird eine Gartenbaufirma beauftragt, die die Rasenflächen pflegt, Bäume und Büsche zurückschneidet und die Flächen wässert. Auch die Teiche im Rosarium, in denen Zierfische schwimmen, werden von den Profis betreut.

Rund 80 000 Euro gibt die Gesellschaft pro Jahr für die Pflege des Rosenparks aus. Mit dem Abriss und Neubau der Pyramide am Eingang werde 2020 zusätzlich eine größere Investition fällig, weiß Peter Schmitz, der als Landschaftsarchitekt für die Regionalpark-Pilot-Gesellschaft tätig ist. Noch in diesem Jahr könnten die Arbeiten erledigt werden, hofft Schmitz. „Die alte Holzkonstruktion ist morsch, sie muss dringend ausgetauscht werden.“

Mehrere Tausend Rosen werden im nächsten Sommer wieder im Rosarium blühen. Seltene Duftrosen sind darunter, Damaszenerrosen sowie eine extra zur Eröffnung des Rosenparks gezüchtete pinkfarbene Kartoffelrose mit dem Namen „Rosarium Hattersheim“. Außerdem gibt es ein paar wenige Exemplare der alten Hattersheimer Rosenzüchtungen „Wilhelm Kauth“ und „Gretel Greul“. Sie stammen aus den 1930er Jahren. Allzu lange werde man diese Rosensorten allerdings nicht mehr im Rosarium bewundern können, sagt Peter Schmitz. „Wir haben probiert, sie nachzuveredeln, aber das funktioniert leider nicht.“

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