Ein Fuchs (Symbolfoto).
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Ein Fuchs (Symbolfoto).

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Hattersheim: Polizist erschlägt Fuchs, Tierschützer erstatten Strafanzeige

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Der Polizeibeamte, der letztes Jahr in Hattersheim einen verletzten Fuchs getötet hat, soll sich vor Gericht verantworten. Die Tierrechtsorganisation PETA hat Strafanzeige gegen den Hobbyjäger erstattet.

Die Tierrechtsorganisation Peta hat bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt Strafanzeige gegen einen Polizeibeamten erstattet, der im Juni vergangenen Jahres einen verletzten Fuchs in Hattersheim getötet hat.

Ein Radfahrer hatte das Tier gefunden und mitgenommen, um es von einem Tierarzt versorgen zu lassen. Nachdem mehrere Tierkliniken sich nicht für Wildtiere zuständig erklärten, brachte der Mann den Fuchs zu sich nach Hause und bat die Polizei um Hilfe. Die rückte mit drei Beamten an, einer von ihnen, ein Hobbyjäger, macht machte kurzen Prozess. Er tötete den in Schockstarre verfallenen Fuchs auf dem Balkon seines Retters mit einem gezielten Genickschlag. Es bestehe Tollwutgefahr, lautete die Begründung. Der Hattersheimer habe sich und seine Lebensgefährtin durch die Rettungsaktion in Lebensgefahr gebracht.

Laut Peta ist Deutschland seit 2008 tollwutfrei, ein Umstand der in Polizei- und Jagdausbildung vermittelt werde und demzufolge auch dem Beamten in Hattersheim hätte bekannt sein müssen. „Der Vorfall zeigt, dass Hobbyjäger offensichtlich nicht einmal grundlegende Kenntnisse über Wildtiere haben oder sie schamlos ignorieren“, sagt Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta. Ohnehin würden Jäger Füchsen und anderen Beutetieren häufig ein schlechtes Image anhängen, um „ihrem blutigen Hobby“ nachgehen zu können.

Das von einem Polizeisprecher angeführte Argument, der Fuchs sei von seinen Leiden erlöst worden, halten die Tierschützer für eine Ausrede. Ein mutmaßlich an Tollwut leidendes Tier hätte wegen der Gefahr der Kontaminierung durch infektiöses Blut nicht einfach vor Ort getötet werden dürfen. Bei Anzeichen von Tollwut hätte man das Veterinäramt einschalten und das tote Tier in einem Labor untersuchen lassen müssen, stellt Peta fest.

Strafanzeige gegen den Polizeibeamten hat die Organisation wegen Verstoßes gegen Paragraf 17 Tierschutzrecht gestellt. Dieser verbietet, Wirbeltiere ohne ersichtlichen Grund zu töten. Ein Verstoß kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

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