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Gestaltung des Stadtmuseums geht voran

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Gastronom Mario Stagnitti ist zufrieden mit dem Neustart seines Restaurants neben dem künftigen Stadtmuseum.
Gastronom Mario Stagnitti ist zufrieden mit dem Neustart seines Restaurants neben dem künftigen Stadtmuseum. Kröner © Kröner

Mix aus Kultur und Gastronomie geplant / Restaurant bereits etabliert

Hattersheim - Der Termin für die Eröffnung des Hattersheimer Stadtmuseums ist bekannt. Im Rahmen des Internationalen Museumstags am 21. Mai sollen die Ausstellungen im ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäude erstmals Besucher empfangen. Ein Teil des sanierten Gebäudes steht aber schon jetzt für Gäste offen. Im Anbau auf der südwestlichen Seite des langgestreckten Baus brennt seit einigen Tagen Licht.

Nach mehrjährigen Umbauarbeiten ist ein Gastronom in das historische Gebäude im Schokoladen-Viertel eingezogen. Schon die ersten Nutzungspläne für den Museumskomplex hatten ein gastronomisches Zusatzangebot vorgesehen. Ein gläserner Vorbau, der auf der Südseite für die Gaststättennutzung geplant war, scheiterte jedoch am Protest eines Anwohners. Die Pläne wurden angepasst und sahen noch im vergangenen Jahr die Verpachtung an einen Café-Betreiber vor. Doch auch diese Idee wandelte sich. Der neue Gastwirt setzt nun auf italienische Spezialitäten und ist für viele Hattersheimer ein alter Bekannter: Mario Stagnitti, früherer Betreiber der Osteria „Il Casala“ am Marktplatz, empfängt seine Kundschaft im Anbau des Stadtmuseums.

Stagnitti ist ein Opfer der Corona-Pandemie. Nach sieben Jahren schloss er im vergangenen Jahr seinen italienischen Spezialitätenladen am Markt, weil die Kundschaft ausblieb. Damals berichtete der Italiener dieser Zeitung, dass ihn Miete und Stromkosten in die roten Zahlen treiben würden. Auch das Angebot von Außengastronomie habe nicht geholfen, das Geschäft noch zu retten. Ganz anders sieht es im neuen Restaurant „Casale Mario“ aus, wo am Wochenende jeder Tisch belegt war. Mittlerweile müsse man mehrere Tage im Voraus reservieren, sagt Stagnitti, der das Lokal zusammen mit Geschäftspartner Robert Poulin betreibt.

Stadt übernimmt Museums-Trägerschaft

Auf der Karte stehen frische Produkte aus Italien wie Nudeln, Caprese und Parmaschinken oder auch Focaccia und Salate zum Mitnehmen. Außerdem soll es künftig auch ein Frühstücksangebot geben. Mit den neuen Räumlichkeiten ist Stagnitti sehr zufrieden. Hinter dem Gastraum mit 45 Plätzen gibt es noch einen großer Saal für Veranstaltungen. Parkplätze gebe es im umliegenden Wohngebiet zwar nicht so viele, dennoch sei es stets möglich, im Umkreis etwas zu finden. Viele würden ohnehin zu Fuß kommen, meint Stagnitti, der mittwochs Ruhetag hat.

Während auf der Südwestseite gespeist wird, laufen die Vorbereitungen für die Öffnung des Stadtmuseums im sanierten Altbau aus dem Jahr 1925. Die Stadtverordneten beschlossen im Juni den Ankauf des Werkstattgebäudes. Geplant ist, dass die Stadt die Immobilie 2023 für 3,5 Millionen Euro erwirbt und die Trägerschaft des Museums übernimmt.

Betrieben werden die Ausstellungen künftig vom Geschichtsverein, der bereits die Exponate zur Industriegeschichte und zum Eddersheimer Erfinder Anton Flettner eingerichtet hat. Die Maßnahme kostete 130 000 Euro und wurde mit 80 600 Euro durch das Land Hessen gefördert. Mitte des Jahres ist auch der Förderbescheid des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst für den letzten Bauabschnitt der Museumseinrichtung eingegangen. Damit können die Abteilungen zur Stadtgeschichte und Archäologie mit Kosten von 79 000 Euro realisiert werden. Das Land Hessen fördert die Umsetzung mit 42 660 Euro.

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