1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Hattersheim

Erste Spatenstiche für Natur-Kita

Erstellt:

Kommentare

Beim Spatenstich (v. li.): Svenja Colak, Stadtrat Karl Heinz Spengler, Rathauschef Klaus Schindling und Bartek Wieczorek.
Beim Spatenstich (v. li.): Svenja Colak, Stadtrat Karl Heinz Spengler, Rathauschef Klaus Schindling und Bartek Wieczorek. stadt hattersheim © Stadt Hattersheim

Pädagogik-Konzept setzt auf Erlebnisse im Freien und auf Bauwagen als Schutzort

Hattersheim - Vor lauter Krisenmeldungen sollte nicht vergessen werden: Es gibt immer noch positive Ereignisse und Projekte, deren Realisierung trotz vieler unerwarteter Widrigkeiten und Schwierigkeiten vorangetrieben werden. So zum Beispiel bei der Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen im Stadtteil Eddersheim. Die Erweiterung der Betreuungsplätze erwies sich spätestens dann als großes Problem, als es im katholischen Kindergarten zu einem Schadensereignis kam und dann - was die räumliche Gegebenheiten betraf - improvisiert werden musste. Auf der Agenda der CDU/FDP/FW-Koalition stand vor der jüngsten Kommunalwahl unter anderem deshalb die Einrichtung eines Natur-Kindergartens, den es in dieser Art und Weise im Stadtgebiet noch nicht gibt. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU), Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler (FW), Svenja Colak, die Leiterin des städtischen Referats Kinderbetreuung und Familien, sowie Bartek Wieczorek vom Referat Bauen, Planen, Umwelt, führten am Montag auf einem Areal an der Kapellenstraße die ersten Spatenstiche für die neue Natur-Gruppe der Kita Villa Kunterbunt aus. Dort können künftig Kinder aus allen drei Stadtteilen aufgenommen werden. Rathauschef Klaus Schindling legt Wert auf die Feststellung, dass die Natur-Kita eine Ergänzung des Betreuungsangebotes in der Stadt darstellen soll. Es sei innerhalb kurzer Zeit gelungen, das Pilotprojekt auf den Weg zu bringen. „Durch das besondere Konzept können wir einen wichtigen Grundstein für eine nachhaltige und umweltbewusste Zukunft der Kinder legen“, erklärte Bürgermeister Klaus Schindling.

Die Natur-Gruppe hat nun ihren festen Standort in der Eddersheimer Kapellenstraße 14 a und wird an die bereits bestehende städtische Kindertagesstätte Villa Kunterbunt angebunden. Das Grundstück befindet sich in der Nähe der Grundschule und des Friedhofs. Es biete natürlichen Schatten und eine großzügige Grünfläche von insgesamt 1364Quadratmetern. Die unmittelbare Nähe zur umliegenden Natur spiegele den Charakter einer Natur-Kita wider. In den kommenden Wochen sollen die Arbeiten auf dem Grundstück vorangehen, damit ein Bauwagen und die verschiedenen Spielmaterialien bei ihrer Anlieferung im Oktober ihren Platz finden können. Der Bauwagen wird der Natur-Gruppe als Schutzunterkunft dienen. Er sei auf die Bedürfnisse der Kinder sowie der Erzieherinnen und Erzieher individuell zugeschnitten worden. Die Anlieferung werde voraussichtlich Mitte Oktober erfolgen. Der Bauwagen ist zwölf Meter lang und drei Meter breit. Hinzu kommt eine überdachte Terrasse mit einer Länge von zwölf Metern und einer Breite von zwei Metern. Der Bauwagen ist großzügig ausgestattet und beinhaltet ein Bad, eine Küchenzeile, einen Garderobenbereich, einen Essbereich und eine Hochebene. Außerdem ist ein Ruhe- und Rückzugsbereich für die Kinder vorgesehen. Der Bauwagen werde mit Elektroheizkörpern beheizt, die durch Solar-Panels gespeist werden. Durch die vielen Fenster und ein Oberlicht komme natürliches Licht in den Bauwagen. Als Kosten für die Anfertigung sowie Anlieferung des Bauwagens nennt die Stadtverwaltung eine Summe von insgesamt 164 000 Euro.

In der neuen Natur-Gruppe werden voraussichtlich Plätze für 25 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt entstehen. Dies entspricht der Größe einer Kindergartengruppe. In der gesamten Kita Villa Kunterbunt können dann bis zu 70 Kindergartenkinder betreut werden.

Für die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder in der Natur-Gruppe wurden bereits zwei Erzieherinnen sowie ein Erzieher eingestellt. Sie sind bereits mitten in den Vorbereitungen für die Eröffnung. Gemeinsam mit den neuen Kolleginnen und dem Kollegen sei ein pädagogisches Konzept für die Natur-Gruppe erarbeitet worden. Es bestehe darin, dass die Kinder sich jeden Tag und das ganze Jahr im Freien und in der Natur aufhalten. Bei extremen Witterungsbedingungen diene der Bauwagen als Schutzunterkunft. Dort werden ebenfalls die Mahlzeiten eingenommen und Ruhezeiten verbracht. Ziel sei es, den Kindern ganzheitliche Erfahrungen in der Natur zu ermöglichen. So erläuterte Anke Schäfer-Karius, Leiterin der Kita Villa Kunterbunt: „Durch die pädagogische Unterstützung entwickeln Kinder eine intensivere Beziehung zur Natur und ein altersgemäßes ökologisches und soziales Bewusstsein.“

Wegen der Erweiterung der Villa Kunterbunt um eine Natur-Gruppe musste übrigens eine Änderung der bestehenden Betriebserlaubnis beantragt werden. Die Stadt Hattersheim stehe in Austausch mit dem Main-Taunus-Kreis, damit dem letzten Schritt hin zur Eröffnung, nämlich die Erteilung der Betriebserlaubnis, nichts im Wege stehe, teilte die Verwaltung mit. Eine Eröffnung der neuen Natur-Gruppe ist voraussichtlich für Ende diesen Jahres geplant.

Auch interessant

Kommentare