Ein Abstrich von einem möglicherweise Infizierten wird in eine Plastiktüte gesteckt.
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Ein Abstrich von einem möglicherweise Infizierten wird in eine Plastiktüte gesteckt.

Hattersheim

Eigene Rettungswache für Corona-Einsätze in Hattersheim

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Landrat Michael Cyriax will das Infektionsrisiko durch das Coronavirus reduzieren. Zum Abstrich müssen Bürger aus dem Main-Taunus-Kreis ab Montag nach Wiesbaden.

Der Main-Taunus-Kreis hat auf seinem Gelände im Kastengrund in Hattersheim eine Infektionswache eingerichtet. Von dort sollen Fahrzeuge zu Einsätzen ausrücken, die mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehen, teilte Landrat Michael Cyriax (CDU) mit: „So entlasten wir die Rettungswachen in Kommunen und verhindern, dass das Virus nach Einsätzen dorthin verschleppt wird.“ Alle Einsätze würden auch weiterhin über die zentrale Leitstelle der Rettungsdienste des Kreises koordiniert, die in Hofheim stationiert ist, teilte Cyriax mit. 

Der Vorteil des separaten Standorts liege in der Desinfektion. Nach jeder Fahrt müsse ein Rettungs- oder Krankentransportwagen aufwendig desinfiziert werden; das könne sich über eineinhalb Stunden hinziehen. Von dieser Arbeit würden die Wachen durch den neuen Standort entlastet.

Corona-Krise: Derzeit gibt es die Infektionswache mit einem Rettungswagen im Tagdienst

Derzeit ist die Infektionswache mit einem Rettungswagen im Tagdienst ausgestattet. Wenn sich die Corona-Einsatzzahlen ausweiten, könnte die Wache um Krankentransportwagen und weitere Rettungswagen aufgestockt werden und rund um die Uhr arbeiten. Das zuständige Amt für Brandschutz und Rettungswesen habe intern seine Arbeit umorganisiert, um auf eine gravierende Lage vorbereitet zu sein, so Cyriax.

Auch die zentrale Corona-Abstrichambulanz des Kreises sollte vom Krankenhaus Hofheim in den Kastengrund verlegt werden. Das weitläufige Gelände der ehemaligen Sanofi-Tierversuchsanstalt liegt zwischen Hattersheim und Flörsheim-Weilbach. Derzeit dient es als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge sowie als Standort für ausgelagerte Ämter der Kreisverwaltung.

Keine Tests auf das Coronavirus mehr im Kreis

Doch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat am Freitag ihre bereits erteilte Zusage wieder zurückgezogen. Vorerst werde es im Main-Taunus-Kreis überhaupt keine Corona-Abstrichambulanz mehr geben, teilte Landrat Michael Cyriax mit. Der Umzug war für Montag vorgesehen gewesen. Jetzt müssten die Patienten, die sich testen lassen, vorerst nach Wiesbaden ins dortige Testcenter fahren.

Der Kreis hatte den bisherigen Standort der Abstrich-Ambulanz am Hofheimer Krankenhaus als unzumutbar für die Kliniken und die Nachbarn bezeichnet und auf dem kreiseigenen Gelände des Kastengrunds die Voraussetzungen für eine neue Ambulanz geschaffen. Diese Pläne haben sich nun vorerst zerschlagen. Das müsse aber nicht die endgültige Entscheidung sein, betonte Gesundheitsdezernentin Madlen Overdick (Grüne). Der Kreis bleibe mit der Kassenärztlichen Vereinigung im Gespräch.

Unterdessen wurden die Bedingungen für den Corona-Abstrich verschärft: Es werden nur noch Abstriche von Personen gemacht, die Fieber haben; bislang zählten auch Krankheitssymptome wie Husten und Schnupfen. Getestet werden zudem Personen, die in der Medizin und sicherheitsrelevanten Bereichen tätig sind.

Die Abstrich-Ambulanz ist an den Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden, Geisenheimer Straße 10, untergebracht. Patienten sollen nicht direkt dorthin kommen, sondern sich zuerst an ihren Hausarzt oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Telefon 116117 wenden.

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