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Beim VdK wird etwas anders gedacht

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VdK-Präsidentin Verena Bentele mit ihrem neuen Buch neben dem Hattersheimer Vorsitzenden Claus Eckelin. vdk
VdK-Präsidentin Verena Bentele mit ihrem neuen Buch neben dem Hattersheimer Vorsitzenden Claus Eckelin. vdk © Eckerlin / VdK

Am Dienstag stellt die Präsidentin des Sozialverbands in der Stadthalle ihr neues Buch vor

Hattersheim - Wir denken neu“ lautet der Titel des Buchs, das VdK-Präsidentin Verena Bentele am Dienstag in der Stadthalle vorstellen wird. Die Chefin des Sozialverbands hat sich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie mit Schritten einer gesellschaftlichen Umstrukturierung auseinandergesetzt. Neu gedacht wurde in den vergangenen Monaten aber auch vieles beim VdK Hattersheim. Der Ortsverband, der Bentele für die Lesung eingeladen hat, stellte sich im vergangenen Jahr neu auf. „Wir denken etwas anders“, sagt der Vorsitzende Claus Eckerlin, der die Hattersheimer Geschäfte im Vorjahr zunächst kommissarisch übernahm. In diesem Frühjahr wählten die Mitglieder den 63-Jährigen dann ins Amt. Stellvertreterin ist Leonie Langer. Eckerlin war vor seiner Pensionierung Betriebsrat und Vertrauensperson für schwerbehinderte Menschen bei einem großen Energieversorger. Beim VdK Hattersheim löste er Norbert Müller ab. Zunächst einmal sei der Vorstand jünger besetzt, erläutert Claus Eckerlin. Es werde mehr kommuniziert und verstärkt im Team gearbeitet. Leonie Langer sei sehr aktiv in der Gewinnung neuer Ehrenamtler. Außerdem achte der Vorstand darauf die Gelder regelmäßig satzungsgemäß einzusetzen - etwa für Werbung, oder für Infoveranstaltungen wie den kommenden Termin mit Verena Bentele.

Der Hattersheimer Ortsverband zählt rund 600 Mitglieder, die sich laut Claus Eckerlin jedoch nur schwer zu Aktivitäten bewegen lassen. „Es ist nicht der typische Ortsverband“, sagt der neue Vorsitzende. Der Hattersheimer Verband zeichne sich durch eine hohe Fluktuation mit jeweils 60 Ein- und Austritten pro Jahr aus. Oftmals würden sich Leute bei ihm melden, die Hilfe beim Renteneintritt benötigen. Rund 30 Prozent der Mitglieder habe einen Migrationshintergrund. Anfragen zur Krise infolge des Ukraine-Krieges gehen beim VdK Hattersheim bisher nicht ein. Er erwarte zwar, dass viele Mitglieder betroffen sein werden, sagt Claus Eckerlin. Bisher schienen Energiepreise und Inflation aber noch nicht angekommen zu sein. Wahrscheinlich zeichne sich die Krise stärker ab, wenn die ersten Nebenkostenabrechnungen verschickt wurden. Was Eckerlin allerdings feststellt, sind vermehrte Austritte. Menschen hätten dem VdK den Rücken gekehrt - mit der Begründung, dass sie sich die Mitgliedschaft nicht mehr leisten können.

Fragen der sozialen Gerechtigkeit sollen auch bei der Veranstaltung mit Verena Bentele im Mittelpunkt stehen. Damit sich Spaltung und Ungleichheit nicht weiter verstärken, müsse das soziale Sicherungssystem reformiert werden, fordert die VdK-Präsidentin in ihrem Buch, das sie zusammen mit den Co-Autoren Ines Verspohl und Philipp Stielow verfasst hat. Bentele ist von Geburt an blind und engagierte sich von 2014 bis 2018 als Behindertenbeauftragte der Bundesregierung. Ihr Buch zeige, dass stabile Sozialsysteme nicht nur dem Einzelnen helfen, sondern ein ganzes Land stark machen, urteilt Claus Eckerlin. Die Buchvorstellung in der Stadthalle beginnt am Dienstag, 15. November, um 20 Uhr.

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