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Baustopp an der Urbansmühle

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Da lief an der Urbansmühle noch alles glatt: Am Ende des ersten Bauabschnitts wurde im September 2020 ein kleines Richtfest gefeiert.
Da lief an der Urbansmühle noch alles glatt: Am Ende des ersten Bauabschnitts wurde im September 2020 ein kleines Richtfest gefeiert. mehrfeld © Mehrfeld

Anwohner befürchten eine weitaus längere Bauzeit als geplant

Hattersheim - Eigentlich hätte die Baumaßnahme seit rund einem halben Jahr schon beendet sein müssen. Doch sie ist es nicht. Im Gegenteil. Die Arbeiten ruhen seit Wochen. Die Rede ist vom neuen Quartier an der Urbansmühle. Dort lässt die Hattersheimer Wohnungsbau (Hawobau) GmbH insgesamt 45 Wohnungen im dortigen Bestand ein- sowie umbauen sowie neue Wohnfläche errichten. In drei Bauabschnitte ist das Quarter aufgeteilt. Für den ersten Abschnitt war schon vor zwei Jahren das Richtfest gefeiert worden. Damals ging es also voran. Nun ist es aber ein trostloser Anblick: Hinter dem Bauzaun am denkmalgeschützten Gebäude mit dem charakteristischen Türmchen sind Paletten mit Bausteinen gelagert. Verschiedene große und kleine Holzteile, eine große Aufbewahrungsbox sowie Kunststoffverpackungen und Reste von Baumaterialien sind rundum an der Immobilie zu finden. Von Tätigkeiten in dem Gebäude ist nichts zu sehen. So geht es schon seit Wochen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass sich Nachbarn über den Stillstand auf der Baustelle nicht nur wundern, sondern auch beklagen. Sie befürchten, dass die Baumaßnahme viel länger dauern wird als geplant. Damit müssten sie weiterhin über Monate nicht nur Lärm und Dreck, sondern auch die vielen Fahrzeuge ertragen, die zu dem Quartier fahren, um Baustoffe oder Mitarbeiter dorthin zu bringen. Seit vielen Wochen gibt es an der historischen Mühle keine Bauaktivitäten mehr. Die Anwohner der Urbansmühle beschweren sich zudem darüber, dass es keine Informationen zum derzeitigen Baustand beziehungsweise unterbrochenen Fortschritt gibt. Nach einer bereits langen und „lärmintensiven Bauphase“ sei diese Unterbrechung langsam ein Problem für sie. Ein Ende sei noch nicht abzusehen. „Und ein schöner Anblick ist diese Bauruine nun auch gerade nicht“, meint ein Anwohner. Dabei lief vor zwei Jahren noch alles glatt. Nach einem Jahr Bauzeit wurde im September 2020 mit einem Richtfest das erste Etappenziel für das neue Wohnquartier gefeiert. Ziel der Planung war es, die beiden historischen Gebäude auf dem Gelände zu erhalten und die Anordnung der neuen Gebäude in Anlehnung an die ursprünglichen Bauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu integrieren. Bei dem kleinen Richtfest hatte Hawobau-Geschäftsführer Holger Kazzer das weitere Zeitfenster benannt: Insgesamt entstünde in drei Bauabschnitten ein neues Quartier. Bereits in circa 15 Monaten sollten, so erläuterte damals der Hawobau-Geschäftführer, alle drei Bauabschnitte des Quartiers Urbansmühle fertiggestellt und bezugsfertig sein. Im Januar 2022 hätte der Abschluss sein sollen. Der Verkauf der Wohnungen war bereits seit März 2020 direkt über die Hawobau erfolgt. Relativ schnell waren die Wohnungen der Bauabschnitte 2 und 3 verkauft beziehungsweise reserviert worden - was so gut wie verkauft bedeute, wie Kazzer auf Nachfrage damals sagte. Dabei handelt es sich um hochpreisige Immobilien. Die loftartigen Wohnräume in den Gebäuden haben alle eine Raumhöhe von drei Metern, flexible Grundrisse und verfügen über eine hochwertige Ausstattung. Was sich so toll anhört, muss auch realisiert, sprich gebaut werden. Dazu sind Fach- sowie Handwerksfirmen notwendig, die Hand in Hand arbeiten. Und genau da liegt die Krux bei der Geschichte um die seit Wochen ruhende Baustelle. Daran schuld ist nicht etwa das leidige Lieferketten-Problem oder der fehlende Material-Nachschub oder die Corona-Pandemie. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte der Aufsichtsratschef der Hawobau, Bürgermeister Klaus Schindling (CDU), dass es mit dem bauausführenden Unternehmen, der f.m.a. bau GmbH, Probleme wegen der Erfüllung der Vertragsinhalte gebe. Solange diese nicht geklärt seien, werde der Baustopp anhalten. Zu Details der Unstimmigkeiten zwischen Unternehmen und Hawobau wollte sich Schindling nicht äußern.

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