Karl-Heinz als Designer. Frank Schemmann

Hattersheim

Ausstellung in Hattersheim hinterfragt Vorurteile

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Fotos im Haus St. Martin zeigen perfekt gestylte Obdachlose, die Agenturbilder nachstellen. So sollen Sichtweisen geändert werden.

Kalle als Geschäftsmann. Frank Schemmann

Das Projekt „Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes“ der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main hat ein neues Jahresthema. Es lautet: „Kleidung, Freiheit, Identität – gestern und heute“. Die Stadt Hattersheim und das Kultur-Forum beteiligen sich daran in Form einer Ausstellung, in Kooperation mit dem Haus St. Martin, einer Facheinrichtung für Wohnungslose.

Darin wird die Kampagne „Repicturing Homeless“ gezeigt, die perfekt gestylte Obdachlose präsentiert, die als Geschäftsleute, Köche und Barkeeper posieren. Das Projekt möchte Vorurteile hinterfragen und Menschen zum Nachdenken anregen.

Ausstellung bis 21. April

Die Vernissagefindet am Freitag, 28. Februar, um 14 Uhr im Haus St. Martin, Frankfurter Straße 43, statt. Die Fotoausstellung dauert bis zum 21. April und kann montags, mittwochs, donnerstags und freitags in der Zeit von 8.30 bis 15 Uhr sowie dienstags in der Zeit von 8.30 bis 12:30 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Konkret stellen die Protagonisten einige der beliebtesten Motive der Bildagentur Getty Images nach. Zum Beispiel der 56-jährige Karl-Heinz Hasenjäger, der nach eigenen Aussagen „auf der Straße geboren“ wurde. Karl-Heinz wurde als Modedesigner abgelichtet. Andere, wie die 36 Jahre alte Vanessa, als Kellnerin.

Initiiert wurde das Fotoshooting von der Düsseldorfer Agentur Havas in Zusammenarbeit mit den Herausgebern von „Fiftyfifty“, einem Straßenmagazin, das von obdachlosen Menschen verkauft wird.

Vanessa als Kellnerin. Frank Schemmann

Die Aktion will erreichen, dass Obdachlose nicht länger als bemitleidenswert oder gar als minderwertig betrachtet werden. Denn, so die Macher der Ausstellung: Wir alle können straucheln. Eine Vanessa sein.

Der Erlös der Bilder geht zu 100 Prozent an „Fiftyfifty“ und kommt damit den Obdachlosen vor Ort zu Gute. 

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