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Grundwasserpegel bereitet Sorgen

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Hochwassersperre am Flörsheimer Mainufer.
Hochwassersperre am Flörsheimer Mainufer. © Rolf Oeser

Zwar hat sich die Hochwasser-Lage in Flörsheim und Hattersheim entspannt, doch das dürfte nur von kurzer Dauer sein. Das erneute Steigen der Pegel ist bereits angekündigt.

Von Claudia Horkheimer

Während sich in den Main-Städten im Kreis die Hochwasserlage zu entspannen scheint, kündigte der Wetterdienst Wetter.net am Freitag „eine zweite, deutlich höhere Flutwelle für das Wochenende“ entlang des Flusslaufes bis Mainz an.

Laut Regierungspräsidium (RP) Darmstadt wurden bei Raunheim am Freitag um 9 Uhr 4,96 Meter gemessen. Schon drei Stunden später waren es laut Pressesprecher der gegenüberliegenden Gemeinde Flörsheim, Andreas Wörner, nur noch 4,88 Meter. Die Tendenz sei fallend. Ein Problem sei derzeit jedoch der „große Bruder“ Rhein. Dessen Pegel steige an, was ein Abfließen des Wassers aus dem Main erschwere.

Zusätzlich zu den vorhandenen Schutzdämmen in Obermainstraße und Pfarrer-Münch-Straße wurden Spundwände am Mainturm errichtet. Außerdem wurde zum Bootshaus sowie einem Wohnhaus ein Steg gelegt.

In der Mozartstraße seien bereits einige Keller vollgelaufen, so Wörner. Das rühre jedoch nicht vom steigenden Grundwasserpegel her.

Auch in Hattersheim, wo bislang 1000 Sandsäcke an Bürger und Firmen ausgegeben wurden, macht mehr als das Hochwasser des Mains der „enorme Druck des Grundwassers Probleme“, wie Stadtbrandinspektor David Tisold der FR sagte.

Obwohl der Main noch 15 Meter von den Häusern entfernt sei, stünden schon einige Keller in den Stadtteilen Okriftel und Eddersheim unter Wasser.

Die Feuerwehr hält sich allerdings mit dem Auspumpen noch zurück. Nur wenn technische Anlagen drohen, nass zu werden, rückt die Wehr an. Denn wenn im Keller ein gewisser Wasserstand erreicht sei, steige er nicht weiter, so Tisold. Pumpe man das Wasser weg, laufe es wieder nach.

Beim letzten Hochwasser 1995, als der Main bei Raunheim auf 5,87 Meter stieg, gab es weniger geflutete Keller.

Der Grund: Damals wurde das Trinkwasser noch aus zahlreichen Brunnen in Hattersheim gespeist. Die gibt es heute nicht mehr. Viele Bürger behelfen sich derzeit mit Wasserpumpen aus dem Baumarkt. Für die Feuerwehren steht dennoch ein arbeitsreiches Wochenende an, denn das RP hat die sogenannte Deichverteidigung ausgerufen. Das heißt, der 1,8 Kilometer lange Damm zwischen Eddersheim und Flörsheim muss rund um die Uhr auf Schäden kontrolliert werden.

Sofern es nicht mehr regnet, rechnet man in Flörsheim bis Montag mit um bis zu 20 Zentimeter fallende Pegel. Aber schon am Dienstag könnte er wieder ansteigen, so Wörner. Derzeit steht das Wasser etwa dreieinhalb Meter über dem normalen Stand.

Die aktuellen Pegelstände des Mains gibt es unter m.hnd.bayern.de

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