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Griechisches Gold

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Justitia
Justitia © ddp

Ein 45-jähriger Mann steht wegen mehrfachen Trickdiebstahls vor dem Frankfurter Amtsgericht. Dabei geht es vor allem um einen dubiosen Golddeal im Main-Taunus-Zentrum.

Idris I. wird in Handschellen in den Verhandlungssaal im Amtsgericht Frankfurt geführt. Aber das hat nichts zu tun mit dem Fall, der hier heute verhandelt werden soll. Das Frankfurter Gericht hat den Angeklagten sozusagen aus München ausgeliehen. Dort sitzt I. seit fast einem Jahr wegen einer anderen Angelegenheit in Untersuchungshaft. Um welche Angelegenheit es sich handelt, wird nicht gesagt.

I. steht hier vor Gericht, weil er im September 2007 im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach, wie der Richter in seinem Urteil formuliert, einen „ganz gewaltigen Trickdiebstahl“ eingefädelt habe.

Der Angeklagte ist 45 Jahre alt und spricht Griechisch. Das tut insofern etwas zur Sache, weil er sich sein ausländisches Aussehen und seine Sprachkenntnisse bei dem Betrug zunutze machte.

Am Vormittag des 25. Septembers sprach I. den Griechen P. in dessen Muttersprache an. P., ein grauhaariger Mann mit zahllosen Lachfalten um die Augen, ist als Zeuge geladen. I. bat P. um Hilfe bei einem Geschäft. I erzählte, er wolle bei einem Mann Gold kaufen. Der angebliche Goldverkäufer, so I. weiter, habe nun jedoch den Verdacht, dass I. ihm Falschgeld andrehen wolle. I. bat P., „Vergleichsgeld“ von der Bank abzuheben, so dass der Goldverkäufer sich von der Echtheit seines Geldes überzeugen könne.

P. hob 6000 Euro in 500 Euro-Scheinen von der Bank ab. Dann ließ er I. und den angeblichen Goldhändler in seine Wohnung, wo der Geldvergleich stattfand. Hier gab I. vor, P.s Geld in einen Umschlag zu verstauen, den er in eine Tasche von P. steckte. Tatsächlich nahm I. das Geld in einem unbeobachteten Moment an sich. Mit fast dem gleichen Trick betrog er einen Tag später in Böblingen einen anderen Griechen um 5000 Euro.

I. war bereits 2007 vorbestraft. 1997 wurde er wegen unerlaubter Einreise verurteilt, 2000 wegen dreifachem schweren Betrug und versuchtem Bandendiebstahl.

Und so wundert es wenig, dass I.s Verteidigerin eine Verfahrensabsprache ihres Mandanten ankündigt, der, wie sie sagt, „nicht gerade der Einfachste ist“. Das Ergebnis: I. gesteht in vollem Umfang und wird von dem Richtern wegen gemeinschaftlichem gewerbsmäßigem Diebstahl zu einem Jahr und drei Monaten ohne Bewährung verurteilt. ( gf)

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