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Proben für den großen Auftritt: Morgen präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihr selbst erarbeitetes Stück.
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Proben für den großen Auftritt: Morgen präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihr selbst erarbeitetes Stück.

Schwalbach

Grenzen überwinden

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Jugendliche der Friedrich-Ebert-Schule beteiligen sich unter Leitung von drei Profis am Theaterfestival „Starke Stücke“.

Ein Mädchen wickelt zwei ihrer Mitschüler in rot-weißes Flatterband. Wie an einem Marterpfahl stehen sie für einen Moment Rücken an Rücken gefesselt auf der Bühne, bevor sie sich wieder voneinander lösen. Ein anderes Mädchen hat mit einem roten Seil einen Kreis um sich gezogen und versucht, einen Jungen davon abzuhalten, in ihn einzudringen. Kurz darauf steht die gesamte Gruppe am Bühnenrand und spannt das rote Seil vor sich auf. „Grenzen sind dazu da, sie zu überwinden“, sagt einer der Schüler. Zu guter Letzt endet das Ganze in einer fröhlichen Freestyle-Tanzeinlage.

Die Szene haben die Jugendlichen gemeinsam mit Izaskun Fernandez, Julian Saenz-Lopez und Lenka Wolf einstudiert. Die drei Theater-Profis sind seit Anfang dieser Woche an der Friedrich-Ebert-Schule, um im Rahmen des internationalen Jugendtheater-Festivals „Starke Stücke“ eine Collage vorzubereiten, in der es um Träume, Fragen und Grenzen geht. Titel: „Träumst du noch oder erfindest du schon?“

Im vergangenen November habe sie mit allen 70 Schülerinnen und Schülern der achten Klassen an der Schwalbacher Gesamtschule kurze Workshops abgehalten, berichtet Lenka Wolf, die in Frankfurt als Schauspielerin und Theaterpädagogin arbeitet. 20 von ihnen hatten so viel Spaß daran, dass sie sich freiwillig für das „Starke-Stücke“-Projekt gemeldet haben.

Kein klassisches Sprechtheater

Wolf konnte dafür das Duo Fernandez und Saenz-Lopez aus dem spanischen Rioja gewinnen, die als Theaterkompagnie „El Patio“ im vergangenen Jahr beim „Starke-Stücke“-Festival ihre Inszenierung „A Mano“ präsentiert hatten. Die habe ihr so gut gefallen, dass sie unbedingt ein gemeinsames Projekt mit ihnen auf die Beine stellen wollte, erzählt Lenka Wolf.

Sie hätten bereits mehrfach mit Jugendlichen zusammengearbeitet, schildert Izaskun Fernandez, die selbst erst 28 Jahre alt ist. Allerdings seien die Projekte in der Regel über einen längeren Zeitraum gelaufen, wenn auch nicht so intensiv wie in Schwalbach, wo die teilnehmenden Schüler eine Woche lang vom normalen Unterricht befreit sind.

Obwohl die beiden kein Deutsch sprechen, funktioniert die Kommunikation während der Proben erstaunlich gut. Zum einen fungieren Lenka Wolf und die Lehrerin Macarena Munoz als Dolmetscherinnen. Zum anderen ist das Theater der beiden Spanier kein klassisches Sprechtheater. „Wir arbeiten vor allem mit Körpern, Bildern und Poesie“, erläutert Julian Saenz-Lopez. „Wichtig ist uns die freie Interpretation.“

Und das kommt den meisten Schülern entgegen. Er habe schon einmal in einem Musical mitgespielt, berichtet Tim. „Doch das war etwas steifer.“ Ihm gefällt die spielerische Herangehensweise in dem aktuellen Projekt.

„Es ist viel schöner, wenn man eigene Ideen einbringen kann“, lobt Luisa. Und auch Alexander freut sich, dass er mitentscheiden kann, „was wir wie machen“. Zudem gebe es in den Szenen, die sie noch bis Freitag proben, keine Haupt- und Nebenrollen. „Wir sind alle gleichberechtigt.“ Seine Mitschülerin Sarah sieht noch einen Vorteil, der über das eigentliche Theaterspielen hinausgeht: „Wir sind zwar alle aus einem Jahrgang. Aber hier lernen wir uns noch einmal besser kennen.“

Die Schüler präsentieren das Ergebnis der Projektwoche in einer Aufführung am Freitag, 26. Februar, um 14.30 Uhr in der Aula der Friedrich-Ebert-Schule, Westring 1.

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