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Das Baugebiet Vorderheide in Hofheim.
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Das Baugebiet Vorderheide in Hofheim.

Main-Taunus

Genug Flächen für Wohnungen

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
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Es muss schnell viel gebaut werden – das haben die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der zwölf Kommunen im Main-Taunus bereits erkannt. Und genügend ausgewiesene Fläche gibt es auch dafür.

Platz für Wohnungen gäbe es schon – sie müssten nur gebaut werden. Dieses Fazit zog die Leiterin der Abteilung Planung im Regionalverband Frankfurt Rhein, Antje Herbst. Die Mitglieder des Kreis-Bauausschusses hatten sie zu einer Sitzung eingeladen, um sich über die Wohnsituation im Ballungsraum Main-Taunus zu informieren.

Dass Wohnraum im Main-Taunus-Kreis knapp ist, mussten viele Wohnungssuchende schon leidvoll erfahren. Verschärft wird die Situation in den nächsten Jahren durch die Flüchtlinge, die – wenn sie ihren Asylstatus haben – ebenfalls günstige Wohnungen suchen werden. Demgegenüber steht die Tatsache, dass – wie Herbst analysierte – die Bautätigkeit in den letzten Jahren kontinuierlich zurückging. In den letzten vier Jahren seit Inkrafttreten des Regionalen Flächennutzungsplans wurden im Main-Taunus-Kreis nur noch rund 2500 Wohneinheiten fertig gestellt, so viel wie im gesamten Jahr 1995. Die Zahlen beziehen sich nicht nur auf Sozialwohnungen, sondern auf die gesamte Wohnungslandschaft.

Es müsste also schnell viel gebaut werden – das haben die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der zwölf Kommunen bereits erkannt. Und genügend ausgewiesene Fläche gibt es auch dafür. Wie Herbst in ihrer Präsentation aufzeigte, könnten auf 304 Hektar ausgewiesener Wohnfläche im Main-Taunus-Kreis schon morgen die Bagger anrollen. Insbesondere Hofheim, Hattersheim und Kelkheim verfügen über hohe Potenziale. Doch nur sechs Prozent der potentiellen Wohnbauflächen sind, wie Herbst nachwies, tatsächlich bebaut. Dabei lag der Fokus laut Herbst auf der Innenentwicklung der Kommunen, gebaut wurde vornehmlich in Baulücken.

Wie also mehr günstige Wohnungen schaffen in einer Landschaft mit hohem Erholungsqualitäten? Dass es dafür kein Patentrezept gibt, wurde in der anschließenden Diskussion im Bauausschuss klar. Zum einen sind die Grundstücke längst nicht alle in städtischer oder gemeindlicher Hand. Zum anderen sind die Kosten ein Problem – hohe Grundstückpreise sowie hohe Baukosten, da die Anforderungen an die energetische Effizienz der Gebäude gestiegen sind. Da sich diese Kosten später nicht durch hohe Mieten wieder hereinholen lassen, müssten die Kommunen und auch das Land Hessen günstigen Wohnraum subventionieren. Die derzeitigen Fördermöglichkeiten, da waren sich die Kommunalpolitiker einig, reichten dafür aber nicht mehr aus.

Der Beigeordnete des Regionalverbandes und frühere Kelkheimer Bürgermeister Thomas Horn (CDU) wies darauf hin, dass fast bei jedem geplanten Bauvorhaben Anwohner protestieren, die sich zwar für neuen Wohnraum aussprächen, aber nicht vor ihrer Haustür. Dies verzögere viele Projekte. Wenn also die Kommunalpolitiker Wohnraumschaffung, wie es Herbst vorschlug, als kontinuierliche und vordringliche Aufgabe verstehen, müssen sie sich laut Horn parteiübergreifend zusammenschließen und die Projekte durchziehen. Eine Kreisbaugenossenschaft, wie sie die Linken fordern, wurde dagegen von den Mitgliedern des Kreisausschusses mehrheitlich abgelehnt,

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