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Main-Taunus

Gemischte Gefühle im Kreishaus

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Das Land Hessen löst die Asyl-Notunterkünfte auf. Landrat Michael Cyriax reagiert auf die Ankündigung aus Wiesbaden „mit gemischten Gefühlen“.

Die Notunterkünfte für Flüchtlinge in der Wallauer Ländcheshalle, der Stadthalle und der Karl-Eckel-Halle in Hattersheim sowie der Hasselgrundhalle in Bad Soden sollen bis Ende Februar aufgelöst und die Betreuung der Asylbewerber aus diesen Quartieren in Einrichtungen des Landes überführt werden. Das hat das Hessische Sozialministerium gestern bekannt gegeben.

Landrat Michael Cyriax (CDU), der die Notunterkünfte auf Befehl des Landes im Oktober hatte einrichten hatte lassen und dafür sogar kurzfristig den Katastrophenfall ausrief, bewertete die Ankündigung „mit gemischten Gefühlen“; ebenso Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang Kollmeier (CDU) und Sozialdezernent Johannes Baron (FDP).

Zwar stünden die Hallen damit dem Vereins- und Schulsport wieder zur Verfügung, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt. Andererseits habe das Land die regulären wöchentlichen Zuweisungen von Flüchtlingen in den vergangenen Wochen erhöht. Unterm Strich bleibe die Herausforderung, zahlreiche Asylbewerber unterzubringen. Die weitere Entwicklung sei nicht abzusehen.

Der Kreis müsse deshalb, wie in Hochheim und Kriftel bereits geschehen, verstärkt den Kommunen Flüchtlinge direkt zuweisen, damit diese dann Unterkünfte für sie bereitstellen. Die Kapazitäten des Kreises reichten dazu nicht aus.

528 Flüchtlinge in vier Notunterkünften

Im Main-Taunus-Kreis sind derzeit 528 Flüchtlinge in den vier Notunterkünften in Hofheim, Hattersheim und Bad Soden untergebracht. Betreiber sind das Deutsche Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund. Der Kreis koordiniert die Betreuung. Unabhängig davon werden dem Kreis wöchentlich rund 100 Flüchtlinge vom Land zugeteilt, die für die Dauer ihres Asylverfahrens momentan in 55 dezentralen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind.

Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen erfuhren gestern Mittag von der Entscheidung des Landes Hessen, die Notunterkünfte aufzulösen. Vor dem Hintergrund steigender Flüchtlingskontingente wollte sich die Hofheimer Verwaltungschefin Gisela Stang (SPD) nicht darauf festlegen, ab wann die Ländcheshalle wieder den Vereinen zur Verfügung stehen kann. Hofheim sei zurzeit mit der Aufnahme von Flüchtlingen leicht im Rückstand. Man sei im Gespräch mit dem Kreis und der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft. Mittelfristig sei geplant, neue Wohnungen auch für Flüchtlinge zu bauen, sagte sie der FR.

Sie begrüße es, dass Stadt- und Sporthalle wieder von den Vereinen genutzt werden können, sagte Hattersheims Bürgermeisterin Antje Köster (SPD). „Das ist ein gutes Signal für unsere Stadt.“ Wie es im Detail weitergehe, müsse bei der Asylkonferenz Ende Januar geklärt werden. Von einer „guten Nachricht“ sprach auch der Bad Sodener Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU). Nach vier Monaten Organisationschaos sei es auf Landesebene offenbar gelungen, langsam wieder Tritt zu fassen. Allerdings sei der Vertragspartner für die Notunterkünfte nicht das Land sondern der Kreis. „Und da müssen wir abwarten, wie sich die Lage bei der Flüchtlingsunterbringung entwickelt“, so Altenkamp.

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