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Kaffee aus der Asservatenkammer kommt der Hattersheimer Tafel zu Gute.
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Kaffee aus der Asservatenkammer kommt der Hattersheimer Tafel zu Gute.

Polizei spendet

Geklauter Kaffee für die Tafel

Weil die Polizei den Eigentümer nicht nicht ermitteln kann, kommen die 2000 Kunden der Hattersheimer Tafel in den Genuss von geklautem Kaffee. Von Barbara Helfrich

Von BARBARA HELFRICH

Drei Männer sind im vorigen Dezember ertappt worden, als sie im Hattersheimer Real-Markt klauen wollten und Preisschilder umklebten. Im Auto der Ladendiebe fand die Polizei etliche Päckchen Kaffee, weitere in der Wohnung der Täter. 76 Stück insgesamt.

Gestern hat die Hofheimer Polizei den Kaffee der Hattersheimer Tafel geschenkt. Denn woher er stammt und wem er gehört, konnte sie nicht ermitteln.

Die Diebe hätten nur vage Angaben gemacht, berichtet Polizeisprecher Andreas Beese. Sie wollten den Kaffee gekauft haben, konnten aber nicht sagen, von wem, und eine Quittung hatten sie auch nicht. Für die Polizei sind das nur Schutzbehauptungen. Sie vermutet, dass der Kaffee gestohlen ist. Doch beweisen konnte sie dies nicht. Die drei Männer wurden nur fürs Klauen und Umetikettieren im Real-Markt belangt.

Kaffee und Milch sind rare Güter

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft verfügte, dass der Kaffee einer gemeinnützigen Organisation den Kaffee zukommen solle, und die Hofheimer Polizei entschied sich für die Hattersheimer Tafel.

Dort gehört Kaffee zu den Lebensmitteln, die eher rar sind. Genau wie Milchprodukte. Joghurt und ähnliches würde deshalb bevorzugt an Familien mit kleinen Kindern ausgegeben, berichtet Tafel-Organisator Frank Dußler.

Gegründet wurde die Hattersheimer Tafel in Trägerschaft der Caritas vor drei Jahren, 2007 kam eine Ausgabestelle in Hofheim hinzu. 1000 Haushalte mit 2000 Personen sind inzwischen registriert. Freitags werden in Hattersheim zum symbolischen Preis von einem Euro abgelaufene und gespendete Lebensmittel an Bedürftige verteilt, dienstags in Hofheim. Etwa 100 ehrenamtliche Helfer sind bei der Hattersheimer / Hofheimer-Tafel aktiv. Die Lebensmittel kommen überwiegend aus Geschäften, die so auch Entsorgungskosten sparen.

Dass die Polizei bald wieder Essen spenden wird, ist nach Einschätzung des Hofheimer Polizeidirektors Jürgen Moog eher unwahrscheinlich. Lebensmittel würden nur selten in großen Mengen gestohlen, zudem könne in 97 Prozent der Fällen der Besitzer von Diebesgut ermittelt werden. "Aber wir haben die Tafel jetzt im Hinterkopf."

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