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Da war er noch unentschlossen: Bürgermeister Geiger beim Neujahrsempfang im Rathaus.

Eschborn

Bürgermeister Mathias Geiger: „Ich trete wieder an“

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Eschborner FDP-Rathauschef setzt als unabhängiger Kandidat auf Votum der Bürger.

Gerüchten über seine Wiederkandidatur bei der Bürgermeisterwahl am 20. Oktober, die seit Monaten in Eschborn die Runde machen, hat Rathauschef Mathias Geiger (FDP) gestern ein Ende gesetzt. „Ja, ich werde wieder antreten“, sagte er im Gespräch mit der FR. Bis 12. August hat der Amtsinhaber Zeit, seine Unterlagen beim Wahlamt einzureichen. Am kommenden Montag will Geiger in einem Pressegespräch seine Beweggründe erläutern und sein Wahlprogramm vorstellen.

Bislang hatte es mit dem Leiter der Eschborner Heinrich-von-Kleist-Schule, Adnan Shaikh, lediglich einen Kandidaten gegeben. Der Christdemokrat wird auch von der SPD und Grünen unterstützt und macht bereits eifrig Wahlkampf. Warum er selbst so lange zugewartet hat, ehe er seine Kandidatur bekannt gegeben hat, begründete Geiger gegenüber der FR so: „Ich habe vor sechs Jahren ein dornenvolles Amt übernommen. Da musste ich mir reiflich überlegen, ob ich weitermachen möchte.“ Außerdem habe er eine erneute Kandidatur mit seiner Familie absprechen wollen. „Meine Tochter lebt in Übersee. Ich werde sie nicht sehr häufig sehen können, wenn ich weiterhin Eschborner Bürgermeister bin.“ Seine Familie unterstütze seine erneute Kandidatur, betonte Geiger. „Und das ist für mich das Allerwichtigste.“

Kein Hinderungsgrund, sich einem erneuten Wählervotum zu stellen, ist Geigers Angaben zufolge der Umstand, dass ihn das Landgericht Frankfurt im vergangenen Herbst wegen Geheimnisverrats zu einer Geldstrafe verurteilt hat. Geiger hatte in seiner Amtszeit als Erster Stadtrat vertrauliche Unterlagen aus dem Rathaus heimlich abfotografiert und über einen befreundeten Anwalt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er begründete sein Vorgehen damit, er habe „Mauscheleien“ in der Administration seines Vorgängers Wilhelm Speckhardt aufdecken wollen. Das Urteil sei nicht rechtskräftig, sagte Geiger der FR. „Wir haben Revision beantragt. Wenn sie zugelassen wird, ist es am Ende null und nichtig.“ Ins Amt gekommen war Geiger 2014 nach einem harten Wahlkampf. Trotz einer angeblichen Sexaffäre mit einer Rathausmitarbeiterin, die die Boulevardpresse publik machte, gewann er als unabhängiger Kandidat die Stichwahl deutlich gegen Amtsinhaber Wilhelm Speckhardt (CDU).

Christdemokraten und Grüne, die bis 2016 in einer Regierungskoalition zusammenarbeiteten, übten in den vergangenen Jahren immer wieder heftige Kritik an Geigers Amtsführung. Nach dem Gerichtsurteil im vergangenen Herbst versuchten sie, ein Abwahlverfahren gegen ihn einzuleiten. Der Antrag bekam im Parlament jedoch nicht die nötige Mehrheit. Gestützt wurde Geiger bis Mitte 2018 von einem Bündnis aus SPD, Freien Wählern, FDP und Linken. Die Kooperation zerbracht´, nachdem Geiger Adi Kannengießer als ehrenamtlichen SPD-Planungsdezernenten entmachtete hatte. Seither wird im Eschborner Parlament mit wechselnden Mehrheit regiert. Dass sein Kontrahent bei der Bürgermeistermeisterwahl Adnan Shaikh von drei Fraktionen unterstützt wird, schrecke ihn nicht, sagte Geiger. Er selbst wolle keiner Partei verpflichtet sein. „Für mich ist der Bürgerwille oberstes Gesetz.“

Die Wahl

Der Termin für die Bürgermeisterwahl in Eschborn ist am Sonntag, 20. Oktober. Die Einreichungsfrist für Bewerbungen endet am 12. August.

Kandidat der CDU ist der Leiter der Heinrich-von-Kleist-Schule, Adnan Shaikh (46). Er wird auch von der SPD und den Grünen unterstützt.

Als Amtsinhaber will Mathias Geiger (61) erneut zur Wahl antreten.

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