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Neue Station für chronische Schmerzpatienten im Hofheimer Krankenhaus.

Hofheim

Gegen chronische Schmerzen

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Kreiskliniken richten Station mit zwölf Betten im Hofheimer Krankenhaus ein.

Die sechs Räume im Erdgeschoss waren ursprünglich als Büros geplant. Vor kurzem wurden sie zu Patientenzimmern umgebaut. Sie sind der Kern der neuen interdisziplinären Schmerzklinik am Hofheimer Krankenhaus, die seit wenigen Wochen in Betrieb ist.

Zwölf Patienten mit chronischen Schmerzen können dort stationär behandelt werden. „Wir arbeiten multiprofessionell – mit Orthopäden, Neurologen und Internisten ebenso wie mit Chiropraktikern, Osteopathen, Psychotherapeuten oder Akupunkteuren“, berichtete gestern vor Journalisten Schmerzmediziner und Anästhesist, Michael Booke, der die Station leitet. Unter anderem sei eine Psychologin neu eingestellt worden. In der Pflege kümmere sich eine speziell geschulte „Pain-Nurse“ um die Patienten.

Neben chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates werden in Hofheim jetzt auch neurologisch geprägte Schmerzerkrankungen wie Polyneuropathie oder Fibromyalgie behandelt. Bei Tumor- und Phantomschmerzen sei die Abteilung ebenfalls Ansprechpartner, sagte Booke.

Die stationäre Aufnahme in die Schmerzklinik setzt voraus, dass ein Patient länger als drei Monate unter Schmerzen leidet und ambulante Therapien und gängige Schmerzmittel bisher keinen Erfolg gebracht haben. „Wir können nicht versprechen, dass wir den Schmerz vollständig ausschalten. Unser Ziel ist es, ihn zu reduzieren, zu kontrollieren und die Patienten im Umgang mit Schmerz zu schulen“, erläuterte Booke. „Sie sollen lernen, den Schmerz zu beherrschen, damit der nicht ihr Leben beherrscht.“ Die intensive Therapie erfordere einen stationären Aufenthalt von zwei bis drei Wochen. „Unsere Patienten werden gefordert, Die Anzahl der Therapiestunden ist hoch.“ Neben der medizinischen Behandlung finden in Kleingruppen auch Entspannungs- und Gerätetraining, Nordic Walking sowie Kunst- und Musiktherapie statt. „Wir bringen in der Gruppe möglichst Menschen gleich Alters mit ähnlichen Leiden zusammen und fördern so den Erfahrungsaustausch untereinander. Das wirkt sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus“, sagt Booke.“

Mit angestoßen hat die Einrichtung der interdisziplinären Station in der Kreisstadt Klinik-Geschäftsführer Stefan Schad. Die Nachfrage nach stationärer Schmerztherapie war groß, unsere Kapazitäten waren nicht ausreichend“, berichtet er. Gerade einmal vier Betten standen bisher in Hofheim für chronische Schmerzpatienten zur Verfügung. Sie waren über das gesamte Krankenhaus erteilt.

Jetzt ist das Angebot gebündelt. Neben den sechs Patientenzimmern gibt es noch drei Behandlungsräume, einen Trainingsraum, eine Aufenthaltsraum sowie einen eigenen Speiseraum für die Station. 100 000 Euro habe die Einrichtung der Schmerzklinik in Hofheim gekostet, sagte Stefan Schad.

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