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Fußball statt Bibelkreis

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Sandra Zeller ist neue evangelische Gemeindepädagogin in Hattersheim.
Sandra Zeller ist neue evangelische Gemeindepädagogin in Hattersheim. © FR/Müller

Die neue evangelische Gemeindepädagogin Sandra Zeller setzt in Hattersheim neue Akzente in der Jugendarbeit. Von Gesa Fritz

Von Gesa Fritz

Als erstes hat Sandra Zeller den Kinder-Bibelkreis abgeschafft und durch einen Jungs-Club ersetzt. Die neue Gemeindepädagogin der evangelischen Kirche in Hattersheim setzt neue Akzente in der Jugendarbeit und bei der Vermittlung christlicher Werte. Sie will den Zehn- bis 14-Jährigen mehr Leben bieten, mehr Möglichkeiten zum Sich-Auspowern.

Zeller arbeitet seit August in der Gemeinde. Die 29-Jährige steht für eine Neuausrichtung der Jugendarbeit. Mit dem Jungs-Club gibt es erstmals ein Angebot für die sogenannten "Lückekinder" im Jugendtreff eXil. Für die Zehn- bis 14-Jährigen fehlten in Hattersheim bislang offene Freizeitangebote. Für Jugendtreffs sind sie noch zu jung, für viele Kinderangebote schon zu alt.

Und so spielen die Jungs jetzt Fußball, basteln Helme oder feiern eine Übernachtungsparty, anstatt über Kain und Abel zu sinnieren. Mitglieder der evangelischen Kirche sind die Kinder auch nicht durchgängig - die Gruppe ist für alle offen. Auch für Mädchen. Aber für die gibt es in der Gemeinde bereits vielfältige Angebote.

Mit Zellners Einstellung ist eine Durststrecke in der Jugendarbeit der Gemeinde überwunden. Zuvor gab es häufige Wechsel der Mitarbeiter; mit Zeller soll es nun zu mehr Kontinuität kommen.

Zeller ist eine dieser Frauen, die von den Jugendlichen noch eher als Kumpel denn als eine aus der fremden Erwachsenenwelt wahrgenommen werden. Neben so einer fläzen die angehenden Teenager auch mal auf dem Sofa und tauschen sich ungeniert über die Vorzüge bestimmter Mädchen aus.

Die gebürtige Kelkheimerin hat eine Banklehre abgeschlossen, bevor sie Soziale Arbeit in Wiesbaden studierte. Dann arbeitete sie zwei Jahre als Erzieherin in einer Krabbelstube in Königstein, bevor sie nach Hattersheim wechselte. Jugendarbeit praktizierte sie schon seit dem Teenie-Alter als aktives Mitglied der Pfadfinder.

Natürlich beschränkt Zeller sich mit ihrer halben Stelle nicht auf die Arbeit mit den Zehn- bis 14-Jährigen. Sie führt auch den offenen Jugendtreff für die Zwölf- bis 17-Jährigen im eXil fort. Und auch hier hat sie neue Pläne: Sie würde gerne mit den Teenies kochen, alkoholfreie Cocktails mixen, in den Holiday-Park fahren oder eine Halloween- und eine Lan-Party feiern. An erster Stelle steht für sie aber sowohl beim Jugendtreff als auch beim Jungs-Club die Beziehungsarbeit. Sie will für die Jugendlichen zu einer festen Bezugsperson werden.

Zuerst einmal muss sie sich und ihre Arbeit aber bekannter machen. Der Jugendtreff hat an manchen Tagen kaum eine Handvoll Besucher. Um das zu ändern, will Zellner ihr Programm vor der evangelischen Kirche aushängen, Flyer drucken, die Homepage des eXils überarbeiten und, wenn das nichts hilft, auch in die Schulen gehen.

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