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Wird immer seltener: Feuerwehrmann im Einsatz.
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Wird immer seltener: Feuerwehrmann im Einsatz.

Freiwillige Feuerwehr

Führerschein für lau

Die Not ist groß bei den Frewilligen Feuerwehren. Der Main-Taunus-Kreis will jetzt mit kostenlosen Führerscheinen neue Brandschützer locken. Von Barbara Helfrich

Von Barbara Helfrich

Jungen Feuerwehrleuten will der Kreis vom kommenden Jahr an den Führerschein bezahlen. Das ist eines der Rezepte gegen die Nachwuchssorgen der Brandschützer, die der Erste Kreisbeigeordnete Hans-Jürgen Hielscher (FDP) gestern präsentiert hat. Er war bisher Feuerwehrdezernent, Anfang Oktober hat der Kreisbeigeordnete Michael Cyriax (CDU) das Amt übernommen.

65 000 Euro sind im Haushaltsentwurf 2010 für das Führerschein-Projekt vorgesehen. Locken solle es vor allem jene, die bereits in der Jugendfeuerwehr aktiv sind und mit 17 Jahren vor dem Wechsel in die Einsatzabteilung stehen. Denn erfahrungsgemäß springen an diesem Punkt viele ab, weil sie durch Ausbildung oder Schule stark eingespannt sind. Mit dem Gratis-Führerschein sollen sie bei der Stange gehalten werden, so das Konzept des Kreises. Zumindest für fünf Jahre, denn solange müsste sich verpflichten, wer den Auto- oder Lastwagenführerschein auf Rechnung des Kreises machen will.

Als zweiten Bonus will der Kreis ein Führungskräfte-Training für Feuerwehrleute anbieten. 21 000 Euro will er sich das kosten lassen. Von dieser Schulung könnten die Teilnehmer nicht nur im Ehrenamt sondern auch im Berufs- und Privatleben profitieren, so das Argument. Zudem will der Kreis den Aufbau von Kindergruppen bei den Feuerwehren vorantreiben. In einigen Kommunen gibt es solche Angebote bereits.

Immer weniger Aktive

Unter dem Schwund von Aktiven leiden nach Kreisangaben alle Wehren. Vor allem tagsüber werde es immer schwieriger, genügend Helfer zu finden, wenn der Alarm losgeht. Binnen zehn Minuten müssen dann sechs Feuerwehrleute mit einem Löschfahrzeug vor Ort sein, so die gesetzliche Vorgabe. Sie zu erfüllen ist Pflicht der Kommunen. Der Kreis hat darüber zu wachen, ob sie es auch tun. Hessenweit sinke die Zahl der aktiven Feuerwehrleute jährlich um bis zu zehn Prozent, so Joachim Dreier, Leiter des Kreisbrandschutzamtes. Im Kreis sind noch 1600 Feuerwehrleute im Einsatz. Einige Wehren unterstützen sich schon gegenseitig, wenn es brennt. Rund 3000 Mal rücken die Wehren im Kreis pro Jahr aus, in drei bis fünf Prozent der Fälle wegen eines Fehlalarms.

Viele Arbeitgeber stellen ihre Mitarbeiter nur ungern für die Feuerwehr frei, bedauert der Kreis. Deshalb will er bei den Unternehmen das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement ist. Der neue Feuerwehrdezernent Cyriax will zudem mehr Bürger mit Migrationshintergrund für die Feuerwehren gewinnen. Sie seien dort bislang unterrepräsentiert.

Sollte die Zahl der ehrenamtlichen Brandschützer weiterhin sinken, müssten die Kommunen auf lange Sicht Berufsfeuerwehren bezahlen, so Hielscher. Oder Bürger zum Löschdienst verpflichten, was möglich sei.

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