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Reiner Paul mit Hummelkasten und Erdbeerblüten
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Reiner Paul mit Hummelkasten und Erdbeerblüten

Landwirtschaft

Frühreife Früchtchen

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
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Die Erbdeerbauern im Main-Taunus wollen die ersten reifen Früchte schon Anfang Mai ernten. Der milde Witer und die ungewöhnlich hohen Temperaturen in den vergangenen Tagen machen die frühe Ernte möglich. Jetzt darf nur kein Frost mehr kommen.

Am Donnerstagmorgen um 9.43 Uhr wurde Bauer Reiner Paul gewarnt: Das Thermometer im Tunnel zeigte 25,77 Grad an. Zu warm für die Erdbeeren auf den Wallauer Feldern, denen ein Foliendach Schutz gibt. Ab 26 Grad kommen die Pflanzen gehörig ins Schwitzen, dann muss gelüftet werden. Deswegen wird die Temperatur in den Tunneln regelmäßig überwacht. Der Vorteil dieser Anbaumethode: Die Erdbeeren stehen schon jetzt in voller Blüte, erste grüne Früchte sind zu sehen. Ernten will Reiner Paul am 15. April.

Das wäre absoluter Rekord. Noch nie hat im Main-Taunus-Kreis die Erdbeer-Ernte so früh begonnen. Paul, der seit 13 Jahren Erdbeeren anbaut, setzt auf die Sorte Clery. Sie hat bereits im Februar und März unter dem Tunnel viel Sonne abbekommen. Im August letzten Jahres wurden die Setzlinge gepflanzt. 8000 Stück pro Tunnel treiben in Wallau aus. Damit die Pflanzen Früchte tragen, hat Reiner Paul Hummeln ausgesetzt. Sie sollen die Blüten bestäuben, denn die Bienen fliegen um diese frühe Jahreszeit noch nicht.

Auch Obstbauer Berthold Heil ist zuversichtlich. „Wenn jetzt kein Frost mehr kommt“, können wir Anfang bis Mitte Mai die ersten Erdbeeren ernten“, prognostiziert er. Heils Pflanzen sind durch Folie und Vlies vor kalter Witterung geschützt. Anderthalb Hektar hat der Krifteler Obstbauer mit den Erdbeer-Sorten Daroyal, Alba und Darselect bepflanzt. Zwischen Blüte und Erntezeit liegen im Durchschnitt vier bis fünf Wochen. Andreas Theis, stellvertretender Ortslandwirt in Kriftel, ist noch skeptisch. Ein paar kalte Tage könnten die Vegetation wieder zurückwerfen. Nichts fürchten die Erdbeerbauern so sehr wie Spätfröste im April. Ein bisschen Regen und noch mehr Sonne sind dagegen in den nächsten Wochen willkommen.

Der milde Winter könnte allerdings auch den Schädlingen zugute kommen, die die kalte Jahreszeit mühelos überlebt haben. „Ohne Pflanzenschutz werden wir keine Qualität erzeugen können“, befürchtet Heil, der Vorsitzender des hessischen Landesverbandes für Erwerbsobstbau ist. Erste Untersuchungen haben aber ergeben, dass es keine übermäßigen Befall der Pflanzen gibt.

Die leckeren Früchte brauchen auch eine Königin

Erdbeeren kann man inzwischen das ganze Jahr über im Supermarkt kaufen. Die Obstbauern in Kriftel und Hofheim setzen darauf, dass ihre Früchte besser schmecken als die der Konkurrenz aus Spanien und Italien. „Für lange Transportwege eignen sich nur bestimmte, sehr feste Sorten“, sagt Paul. „Da ist der Geschmack nicht das oberste Kriterium, oft werden die Früchte auch grün geerntet.“ Kriftel und Hofheim jedenfalls punkten mit saisonalen und regionalen Produkten: Die Erdbeeren kommen frisch geerntet in die Auslagen der Verkaufsstände entlang der Landstraßen.

Doch auch die Obstbauern im Main-Taunus-Kreis versuchen, die Erdbeersaison zu verlängern. War sie in früheren Zeiten auf den Juni beschränkt, so kann man inzwischen im Rhein-Main-Gebiet von Mai bis Juli die roten Früchte kaufen. Möglich machen es neue Anbaumethoden und die Auswahl verschiedener Sorten, die früher oder später reifen.

Die Erdbeere ist das erste Obst, das im Frühjahr geerntet werden kann – sozusagen ein Appetizer für den Sommer. Wen wundert es da, dass sie auch eine Königin braucht. Die hessische Erdbeerkönigin kommt in diesem Jahr aus Kriftel: Johanna Klug mag Erdbeeren über alles. Ihren ersten Auftritt wird die 24-jährige Marketingassistentin wahrscheinlich im Mai haben, wenn im Obstbaubetrieb Graf in Worfelden bei Groß-Gerau die hessische Erdbeersaison ganz offiziell eröffnet wird.

Führungen durch die Erdbeerfelder bietet Pauls Bauernhof. Nähere Informationen bekommt man unter Iwww.pauls-bauernhof.de.

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